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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Auch wenn Dein Rennrad einwandfrei läuft, ist von Zeit zu Zeit ein Kurzcheck einiger sicherheitsrelevanter Bauteile fällig.
Verfahre jedoch nach dem Motto: „Never change a running System“. Das gilt vor allem für Schaltung und Bremsen: Wenn diese einwandfrei funktionieren, verstelle am besten nichts, sondern kontrolliere nur. Folgende Bauteile solltest Du in regelmäßigen Abständen kontrollieren:
1. Vorbauschrauben: Benutze hierzu den Canyon-Drehmomentschlüssel (Torque Wrench). Kontrolliere die vorgegebenen Anzugsmomente an Lenkerklemmung Bild 1 und Schaftklemmung. Bild 2 Die Werte sind an den jeweiligen Stellen auf dem Vorbau aufgedruckt.
2. Steuersatzspiel checken: Ein lockerer Steuersatz äußert sich in unpräzisem Lenkverhalten und Klappern. So kannst Du die Funktionsweise Deines Steuersatzes ganz einfach testen: Hebe das Rennrad am Oberrohr hoch, bis das Vorderrad in der Luft hängt. Schubse den Lenker mit der anderen Hand ganz leicht an. Bild 3 Die Frontpartie Deines Bikes muss von selbst hin und her schwenken. Stelle dann das Vorderrad wieder auf den Boden. Presse Zeigefinger und Daumen an den Steuersatz und ziehe mit der anderen Hand die Vorderbremse. Wackel das Bike jetzt vor und zurück. Etwaiges Spiel spürst Du dabei sofort. Bild 4
Und so stellst Du einen lockeren Steuersatz nach:
1. Löse die Madenschraube (2er Inbus, ab Modelljahr 2011 Torx T6) der i-Lock-Klemmung. Bild 5 Löse jetzt die Klemmschrauben am Vorbau. Bild 6
2. Drücke den Vorbau nach unten.
Richte jetzt den Lenker aus. Peile dabei von hinten über Vorbau und Vorderrad. Bild 7 Ziehe die Vorbauschrauben mit dem angegebenen Drehmoment wieder an. Nun musst Du nur noch die i-Lock-Madenschraube festziehen. Und zwar so lange, bis leichter Widerstand spürbar ist. So werden oberes und unteres Lager zusammen gepresst und das Lagerspiel eliminiert. Kontrolliere danach erneut das Lagerspiel.
Wenn der Steuersatz richtig eingestellt ist, dann wird ein kleiner Spalt zwischen den i-Lock-Schalen sichtbar. Bild 8
3. Ziehe die Vorbauschrauben wieder an.
4. Schnellspanner-Check. Kontrolliere den vorderen und den hinteren Schnellspanner. Ziehe die Schnellspanner handfest an. Die Hebel sollten nach dem Spannen nach oben zeigen, damit sie nirgendwo hängenbleiben können.
5. Die Sattelstütze braucht von Zeit zu Zeit eine neue Packung Carbon-Montagepaste, damit sie sauber und ohne Reibung im Sitzrohr hin und her gleiten kann. Doch zuerst sollte die Stütze sowie das Sitzrohr gründlich gesäubert werden. Demontiere die Stütze und wische mit einem Lappen die alte Paste ab. Verfahre genauso mit dem Sitzrohr. Versuche, mit einem eingedrehten Lappen soweit wie möglich ins Innere des Rohrs vorzudringen. Bild 9 Gib jetzt neue Carbon-Montagepaste auf die Sattelstütze. Falls Du Alu Rahmen und Alu Sattelstütze hast, nutze Montagefett statt Carbon Montagepaste.
6. Wenn die Kette rasselt oder nur unwillig aufs nächste Ritzel springt, dann hat sich meistens der Schaltzug etwas gelängt. Oft passiert das bei neuen Rennrädern schon nach kurzem Gebrauch. Du kannst das Problem jedoch in Sekundenschnelle lösen, indem Du die Spannschrauben der Züge etwas nachstellst (nach links drehen). Je nach Komponentengruppe befinden sich diese entweder am Unterrohr Bild 10 oder direkt am Schaltwerk. Bild 11 Oft reicht schon eine viertel Umdrehung, und die Schaltung funktioniert wieder einwandfrei. Achtung: Verstelle die Schaltung wirklich nur, wenn sie nicht mehr richtig funktioniert. Denn: Never change a running System!
7. Wer oft auf Passstraßen unterwegs ist, hat oft mit hohem Verschleiß der Bremsbeläge zu kämpfen. Und je verschlissener die Beläge, desto weiter wandert der Druckpunkt der Bremse in Richtung Lenker. Das führt im Extremfall bis hin zum Verlust der Bremsleistung. Du solltest also hin und wieder Deine Bremsbacken nachstellen. Das funktioniert ganz einfach mit der Spannschraube an der Bremse. Erhöhe die Zugspannung indem Du die Spannschraube nach links drehst. Bild 12
8. Nur mit einer sauberer und stets geölten Kette holst Du die optimale Leistung aus Deinem Bike. Säubere die Kette, indem Du sie durch einen Lappen ziehst. Öle sie dann ein. Achte darauf, dass jedes Glied etwas Öl abbekommt. Lasse es kurz einwirken und wische danach das überschüssige Öl mit dem Lappen ab.
Achte bei allen Schraubverbindungen auf das korrekte Drehmoment. Du findest die Angaben dazu auf den Bauteilen, in der Bedienungsanleitung oder hier im Support Center.
