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PROJEKT 0.05

GESTALTET NACH DEM VORBILD DER NATUR

Seit März hat Hans Christian Smolik wieder unzählige Stunden in seiner Werkstatt verbracht, um rechtzeitig zur Eurobike eine seiner richtungsweisenden Projektstudien zu präsentieren. Wie in den vergangenen zwei Jahren ist auch 2006 wieder ein für Furore sorgendes Modellprojekt am Canyon Messestand zu bewundern.

Das Projekt in diesem Jahr: die Entwicklung einer Zeitfahrmaschine, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Der Name des Modellprojekts: 'Projekt 0.05'. Gestaltet nach dem Vorbild der Natur. Sie werden sich fragen: Warum nach dem Vorbild der Natur? Warum Projekt 0.05?

Ein Großteil der Erfindungen und Entwicklungen, welche die Menschheit hervorgebracht hat, orientierten sich an der Natur. Die Ur-Elemente als Anschauungsbeispiel für Reinheit und Perfektion in ihrer Struktur und Funktionalität.

Aus dieser Betrachtungsweise entwickelte sich eine Wissenschaft, welche sich mit der Ableitung biologischer Abläufe auf die heutige Technik befasst.

Das Vorbild für das 'Projekt 0.05' ist der Regentropfen der mit einem cw-Wert (Strömungswiderstand) von 0.05 ein Ideal der bionischen Forschung darstellt.

Selbst moderne Flugzeugtragflächen liegen mit einem cw-Wert von ca. 0,08 darüber.

Während die letzten beiden Studien auf einem modifizierten F10 Serienrahmen basierten, bildet nun ein vollständig in Handarbeit gefertigter Carbonrahmen das Herzstück dieses Prototyps.

Obwohl bei der Rahmenkonstruktion die Aerodynamik im Vordergrund stand, hat Smolik bewusst die von der UCI gesetzten Grenzen nicht ausgereizt. Grundsätzlich setzt er zwar auf ein Tropfenprofil, das je nach Ausformung einen zwei- bis vierfach geringeren Luftwiderstand bietet als ein vergleichbares rundes Rohr, jedoch wird man in der Praxis diesen Vorteil nur bedingt ausschöpfen können. Während das Tropfenprofil bei optimaler Windrichtung seine Vorteile perfekt ausspielen kann, so wird es bei ungünstigen Windverhältnissen regelrecht zur Bremse.

Wichtiger als das eigentliche Rahmenprofil ist, so viele Teile wie möglich dem Angriffsfeld des Windes zu entziehen.

Durch einen waagerechten Verlauf der Kettenstreben und ca. 25cm unterhalb des Oberrohrs angeordneten Sitzstreben verringert sich die Stirnfläche des Hinterbaus enorm. Auch das tief liegende Steuerrohr bietet dem Wind die kleinstmögliche Angriffsfläche. Um dies zu realisieren, ohne auf den 1 1/8 Zoll Standard des Steuersatzes verzichten zu müssen, verbaute Smolik ein Lager mit einem Außendurchmesser von nur 38mm.

Während der Einsatz von Carbon beim Rahmenbau heute eine große Freiheit hinsichtlich der Formgebung zulässt, liegt die größte Herausforderung bei der Konstruktion eines aerodynamischen Fahrrades in den Anbauteilen. Um hier das Optimum zu erreichen, geht Smolik völlig neue Wege und verabschiedet sich, wie schon im Vorjahr, als er das erste Rad mit zwei vollhydraulischen Scheibenbremsen vorstellte, von jeglichen konventionellen Denkmustern.

Innenliegende Bremsanlage in der Gabel, Carbonverschalung am Kettenblatt
Sitzrohr mit Kettenstreben- und Oberrohranschlüssen, modifiziertes Schaltwerk
In die Kettenstreben integrierte Hinterradbremsen, Lenker mit integriertem Trinksystem

Eine hydraulische Bremsanlage sorgt auch beim aktuellen Projektrad für die Verzögerung. Auf den ersten Blick kaum sichtbar, stellt man beim genaueren Hinsehen fest, dass sich die Kolben der Bremse innerhalb der Gabelscheiden bzw. der Kettenstreben befinden. Zieht der Fahrer nun den ebenfalls von Smolik selbst laminierten Carbonbremshebel, so presst ein Kolben den Bremsbelag an die Felge und gegen den zweiten starren Belag auf der gegenüberliegenden Seite. Von der Idee, eine Bremse ohne Festkolben zu verwenden verabschiedete sich Smolik ganz bewusst.

Zum einen wäre eine weitere Bremsleitung notwendig gewesen und zum anderen ermöglicht die Steifigkeit der aktuellen Laufräder die Verwindung um wenige Millimeter ohne Komforteinbußen. Auch das Gewicht der ganzen Bremse konnte so auf 60g reduziert werden. Nicht nur die Bremse selbst, sondern auch deren Leitungen sind genauso wie die Schaltzüge beim Canyon Prototyp fast unsichtbar. Einzig am Übergang zum Steuerrohr, wo sie im Rahmen verschwinden und unmittelbar vor dem modifizierten Schaltwerk befinden sie sich am Tageslicht. Das Schaltwerk hat Smolik mit Hilfe einer Winkelkonstruktion so modifiziert, dass der typische Bogen, den der Zug normalerweise beschreibt, nicht notwendig ist. Auch die Umwerferbefestigung ist mit Rücksicht auf die Aerodynamik weit nach hinten gewandert.

Um auch die Kettenblätter dem Windeinfluss weitestgehend zu entziehen, wurde die Campagnolo Serienkurbel kurzerhand mit einer Lage Carbon verkleidet.

Betrachtet man den Kampf gegen die Uhr im Radsport aus historischer Sicht, so hat Greg Lemond seinen Sieg bei der Tour de France 1989 ein Stück weit auch seiner damals neuartigen Wunderwaffe, dem Zeitfahrlenker-Aufsatz, zu verdanken. Diese Aerolenker gibt es heute in unzähligen Varianten, so dass es ein Leichtes gewesen wäre, das Rad ohne weiteren Aufwand damit auszurüsten. Da Hans Christian Smolik sich aber mit Bewährtem nicht zufrieden gibt, begab er sich an ein weiteres Projekt, das für sich genommen schon richtungsweisend sein dürfte. Durch die Integration von Lenker und Trinksystem zu einer Einheit konnte er gleich zwei Probleme lösen, die selbst beim Zeitfahren der Profis bisher nur geringe Beachtung fanden. Zum einen sind handelsübliche Trinkflaschensysteme - auch solche, die am Lenker eingehängt werden - nicht nach aerodynamischen Gesichtspunkten konstruiert und zum anderen muss sich der Fahrer, um die am Rahmen befestigte Flasche zu erreichen, aufrichten und somit seine windschnittige Position verlassen.

Smolik konstruierte zunächst eine Monocoque Lenker-Vorbau-Einheit, die gerade einmal 250g auf die Waage bringt. In einem zweiten Schritt laminierte er einen Trinkbehälter in Tropfenform mit ca. 0,75 l Fassungsvermögen an die Unterseite des Lenkers. Der Fahrer kommt nun ohne Probleme über einen Trinkhalm in den Genuss einer Erfrischung. Nach dem Rennen kann der Behälter herausgeclipst werden, so dass der problemlosen Reinigung nichts im Wege steht.

Das Projekt 0.05 beweist erneut, dass bei Canyon herkömmliche Denkweisen verlassen werden, um die Entwicklung des modernen Rennrades und Mountainbikes voran zu treiben. Neue Wege, die jeder Canyon Fahrer mit seinem Rad erfahren kann.

Hans-Christian Smolik untermauert mit seinem neuen Modellprojekt 'Projekt 0.05' seine Stellung und das ihm zuteil werdende Ansehen innerhalb der Bike-Szene. Unzählige Entwicklungen und Erfindungen der vergangenen Jahre entstammen der Kreativität, Innovationskraft und dem Mut, neue Wege zu gehen. Das neueste Resultat ist das Projekt 0.05. Eine faszinierende Rennmaschine. Kleinste Details bilden gemeinsam ein Gesamtkunstwerk für den Kampf gegen die Uhr. Sensationelle technologische Feinheiten fesseln die Blicke eines jeden Betrachters.

Pure Cycling.