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Streckenbesichtigung in der Hölle des Nordens. // (c) TDWsport.com

06.04.2016, PROSPORTS Canyon Bikes in der Hölle des Nordens

So pimpen die Katusha-Profis ihr Canyon für Paris-Roubaix

Am Wochenende steht Paris-Roubaix auf dem Programm. Wir zeigen, wie die Katusha-Profis ihre Canyon Bikes für die Königin der Klassiker pimpen – und wie auch du das Setup deines Canyon mit wenigen Handgriffen anpassen kannst.

Im Radrennsport macht Kopfsteinpflaster den Unterschied aus. Es trennt Teilnehmer von Helden und legt schonungslos Schwächen an Rad und Fahrer dar. Wenn die Katusha-Profis am Sonntag bei Paris-Roubaix an den Start gehen, liegen insgesamt 53 Kilometer Kopfsteinpflaster verteilt auf 27 Pavé-Sektoren vor ihnen. 53 Kilometer, auf denen Rad und Fahrer alles abverlangt wird.

Paris-Roubaix – die Hölle des Nordens – ist vielleicht das speziellste aller Radsport-Monumente. Und spezielle Rennen erfordern spezielle Maßnahmen. Wir zeigen, wie die Katusha-Profis ihre Canyon Bikes für die Königin der Klassiker pimpen – und wie auch du das Setup deines Canyon mit wenigen Handgriffe anpassen kannst.

REIFEN

Die Katusha-Profis lassen für Paris-Roubaix durchweg breitere Reifen montieren. Je nach persönlichem Geschmack werden 25- oder 28mm-Reifen aufgezogen. Sowohl beim Aeroad CF SLX als auch beim Ultimate CF SLX ist das möglich. Zusätzlich wird der Luftdruck erheblich verringert, bei Paris-Roubaix je nach Fahrergewicht auf 3,8 bar. Durch den geringeren Luftdruck vergrößert sich die Reifen-Auflagefäche und gleichzeitig werden Fahrkomfort und Pannensicherheit erheblich erhöht. Nachteil dieses Setups: die schlechtere Aerodynamik.

SATTELSTÜTZE

Alexander Kristoff und Co. fahren standardmäßig die Canyon VCLS Sattelstütze. Seit 2009 hat die VCLS Post mehrere Evolutionsstufen durchlaufen und erreicht durch den Einsatz von speziellen Carbon- sowie Basaltfasern Dämpfungswerte, die die Intensität von Stoßspitzen um bis zu 50% reduzieren. Bei Fahrten mit VCLS Post muss der Fahrer weniger Störeinflüsse der Straße mit Muskelkraft ausgleichen und bleibt so länger leistungsfähig. Optional steht den Profis aber auch die VCLS Post 2.0 zur Verfügung, die sie je nach Rennen und persönlicher Vorliebe montieren. 

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LENKER

Bei 53 Kilometern Kopfsteinpflaster und einer Gesamtrennlänge von mehr als 250 Kilometern brennen selbst den härtesten Profis akkurat die Hände. Um die teilweise gewaltigen Stöße etwas abzumildern wickeln die Katusha-Mechaniker doppeltes Lenkerband an die Canyon Aerocockpits. Manche Fahrer wünschen zusätzlich noch Polster oder Schaumstoffeinlagen unter das Lenkerband.

FLASCHENHALTER

Vor allem bei Paris-Roubaix sieht man jedes Jahr eine Unmenge an Flaschen, die sich auf den rauen Pavé-Passagen aus den Haltern lösen und in den Graben rollen. Um die Flaschen etwas zu festigen, ersetzen die Katusha-Mechaniker die Carbon-Flaschenhaltern mit Aluminium-Versionen. Diese sind biegsam und geben den Flaschen einen sichereren Halt. Zudem können die Alu-Halter noch mit Grip Tape versehen werden, was den Halt zusätzlich verbessert.

ZUSÄTZLICHE SCHALTKNÖPFE

Ein großer Vorteil von elektronischen Schaltungen ist die Variabilität bei der Anbringung von zusätzlichen Schaltknöpfen am Lenker. Dies gibt den Fahrern die Möglichkeit, ihre Hände auf ruppigem Terrain am Oberlenker zu lassen und trotzdem schalten zu können.

RADWECHSEL

Diese Option ist wohl nur den Profis vorbehalten: Weil bei Paris-Roubaix das erste Pflasterstück erst bei Rennkilometer 98,5 beginnt, starten manche Fahrer das Rennen auf ihrem Standard Bike. Kurz vor dem ersten Pavé-Abschnitt in Troisvilles steigen sie vom Rad und wechseln auf ein Bike mit dem modifizierten "Roubaix-Setup". So rollen sie also den ersten Teil des Klassikers auf relativ gutem Asphalt mit acht bis neun Bar Luftdruck auf 23- oder 25mm-Reifen und genießen in der zweiten Hälfte den Komfort des "Roubaix-Setups".

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