Image
02.10.2014, CANYON Vollgas durch die Provence

Ines Thoma siegt in Frankreich

In diesem Jahr standen Ines Thoma und ihr Canyon Factory Enduro Team Manager Flo Goral am Start der Trans Provence. Und um es gleich vorweg zu nehmen, beide sahen auch das Ziel an der Côte d'Azur in Monte Carlo. Insgesamt lagen zwischen dem Start in Sisteron und dem Mittelmeer 6 Tage Racing an denen über 300 Kilometer Strecke, 9000 Höhenmeter und wahnsinnige 18000 Tiefenmeter zu bewältigen waren.

Die erste Etappe der Trans Provence war vor Jahren noch 62 Kilometer lang. Heute zählt sie noch 39 Kilometer, ist aber nicht minder schwer. Steilere Abfahrten, steilere Anstiege, aber die gleiche Anzahl an Höhenmetern wie noch vor Jahren. Dennoch kam der Spaß bei den Teilnehmern nicht zu kurz und die unglaublich schöne Landschaft zauberte ein Lächeln in die meisten Gesichter. Ines hatte am Ende nicht nur wegen der Landschaft gut lachen, sie war die Führende am Ende des ersten Tages.

Der zweite Tag begann mit einem harten Morgen. 1400 Höhenmeter mit dem Bike auf dem Buckel. Das hatte sich manch einer anders vorgestellt. Spätestens aber nach den drei genialen Stages waren die Strapazen vom Vormittag bei vielen vergessen. Und Ines liegt immer noch in Führung.

Nach dem anstrengenden Tag folgte eine “Erholungsetappe” mit nur 1300 Höhenmetern bergauf, dafür aber mehr als doppelt so viel Höhenmetern bergab. Mit soliden Zeiten auf den vier gezeiteten Stages behauptete Ines weiter ihre Führung im Gesamtklassement.

Kilometer, Höhenmeter, Tiefenmeter. That’s what’s all about. Und wieder kann Ines auf der vierten Etappe ihren Vorsprung verteidigen. Hier noch ein paar Zahlen, die verdeutlichen, was für ein Aufwand hinter der Organisation eines Etappenrennens quer durch die Provence von Nöten ist. Insgesamt nahmen 107 Personen an der Trans Provence teil, 76 davon auf ihren Bikes. Neun Camp Fahrzeuge und ein Motorrad begleiteten das Rennen, zwei Ärzte waren immer zur Stelle, fünf Masseure sorgten für lockere Muskeln und Tag für Tag wurden 91 Zelte plus 3 Event Zelte auf und wieder abgebaut. Von den Unmengen an Essen und Getränken ganz zu schweigen.

Am vorletzten Tag von Valdeblore nach Sospel ging es noch einmal richtig zur Sache. Extreme Bergaufpassagen, gefolgt von den ruppigsten Downhills der ganzen Woche. Die einen haben mit Materialproblemen am Rad zu kämpfen, bei anderen ging es an die eigene Substanz - Kratzer, zerschmetterte Knöchel, gebrochene Rippen - alles was dazu gehört. Ein Tag noch bis zum Ziel in Menton und Ines liegt, weder geplagt von Materialproblemen noch von Verletzungen, weiter vorn.

Der letzte Tag verlangte noch einmal alles von den Teilnehmern ab. 40,3 Kilometer, 1641 Höhenmeter und 2731 Tiefenmeter. Auf dieser letzten Etappe mischte sich auch Fabien Barel als Überraschungsgast unter die Fahrer, um zu sehen wie fit er nach seiner schweren Verletzung bei der Enduro World Series in Chile wieder ist. Seine Teamkollegin Ines glänzte auch auf der letzten Etappe, gab ihre Führung vom ersten bis zum sechsten Tag nicht aus der Hand und gewann die Trans Provence in der Frauenwertung eindrucksvoll mit über 6 Minuten vor der Zweitplatzierten. Team Manager Flo beendete das Rennen auf einem achtbaren 40. Rang und reckte am Ende vor lauter Stolz direkt an der Côte d'Azur die Hände in die Höhe, während Ines mit den anderen Mädels in die Fluten sprang.