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Alejandro Valverde // (c) Tino Pohlmann

13.05.2016, PROSPORTS Alejandro Valverde im Porträt

El Imbatido mit der DNA aus Radsport

Schon als Jugendlicher gewann er 50 Rennen in Folge. Heute ist der Movistar Team-Kapitän besser als Hinault, Museeuw und Coppi. Sein Debüt beim Giro d'Italia gibt Alejandro Valverde erst mit 36 Jahren. Doch er hat noch Großes vor.

Es ist ein Freitag im Mai 2016, Start des 99. Giro d'Italia im niederländischen Provinzstädtchen Apeldoorn. Um 16:48 Uhr rollt Alejandro Valverde auf seinem brandneuen Speedmax CF SLX von der Rampe des zehn Kilometer langen Auftakt-Zeitfahrens. "Brandneu" ist in diesem Fall nicht übertrieben. Denn erst am Vortag erhielt der Spanier seine Zeitfahrmaschine und hatte nur kurz die Gelegenheit zu einer kleinen Kennenlerntour mit seinem neuen Arbeitsgerät.

"Daran sieht man wieder Alejandros Professionalität", sagt Sprinter-Legende Erik Zabel, Team Liaison Manager bei Canyon und zuständig für das Movistar Team: "Wenn er merkt, dass das Material gut ist, dann stellt er sich sofort darauf ein. Andere Profis hätten vor einem solch wichtigen Rennen eine deutlich längere Vorlaufphase für ein neues Rad benötigt."

Der Movistar Team-Kapitän selbst bestätigt ebenfalls, dass die Wahl des Speedmax CF SLX für das Auftaktzeitfahren eine gute war: "Ich hatte beim neuen Speedmax sofort ein sehr gutes Gefühl. Es ist steif, ausgewogen, unfassbar schnell und zudem eines der schönsten Räder, dass ich je gefahren bin."

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Valverde: Giro-Debüt mit 36 Jahren

Im April wurde Valverde 36 Jahre alt. Seine erste Grand Tour war die Vuelta a Espana 2002, das sind nun 14 Jahre her. 18 Große Rundfahrten hat er seither bestritten. Doch den Giro ist er bislang noch nie gefahren. Debüt mit 36, warum erst jetzt?

"Natürlich kam es uns schon einige Mal in den Sinn, den Giro zu fahren. Aber bisher hat er nie richtig in meinen Rennkalender gepasst, der es mir nicht erlaubt, alle Rennen zu bestreiten. In der Vergangenheit waren die Tour, die Vuelta und die Klassiker für uns wichtiger", sagt Valverde. Mittlerweile habe er das Gefühl, dass er bei diesen Rennen so ziemlich alles erreicht hat, was für ihn möglich ist.

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Besser als Hinault, Museeuw und Coppi

Tatsächlich ist der Spanier einer der erfolgreichsten Fahrer seiner Zeit. 78 Profi-Siege sind eine echte Marke. Zum Vergleich: Radsport-Legenden wie Bernard Hinault, Johan Museeuw oder Fausto Coppi haben allesamt weniger Siege auf dem Konto. Und Valverde hat auch noch für 2017 einen Vertrag beim Movistar Team.

Unter seinen Erfolgen ragen vor allem die großen Klassiker heraus: Viermal Fléche Wallonne, dreimal Lüttich-Bastogne-Lüttich, zweimal Clasica San Sebastian, dazu zweimal die Dauphiné Libéré, die Katalonien-Rundfahrt, vier Tour de France-Etappen, neun Vuelta-Etappen und 2009 sogar die Gesamtwertung der Spanien-Rundfahrt. Außerdem zweimal WM-Silber, viermal WM-Bronze, zweimal die Einzelwertung der UCI ProTour, zweimal die Einzelwertung der UCI WorldTour.

Sein stärkstes Jahr fuhr Valverde 2015. Neben den Siegen bei seinen Lieblingsrennen Flèche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich erfüllte er sich einen Kindheitstraum und kletterte auf das Podium der Tour de France.

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Valverde: DNA aus Radsport

Als einer der wenigen Profis im Peloton schafft es Valverde, über nahezu die komplette Saison auf Höchstniveau zu fahren. Zum einen liegt das sicherlich daran, dass er in seiner Heimat in der Region Murcia ganzjährig hohe Temperaturen und somit durchgängig beste Trainingsbedingungen hat. Zum anderen ist Valverde selten verletzt, wie kaum ein anderer legt er viel Wert auf seinen Körper und die richtige Ernährung.

Noch vielmehr als diese beeinflussbaren Faktoren machen ihn aber seine fahrerischen Fähigkeiten zu einem Weltklasse-Athleten. Valverdes DNA scheint zu 100 Prozent aus Radsport zu bestehen. Er kann in den Bergen mit den Besten mithalten, hat aber auch eine enorme Endschnelligkeit, so dass er auch Sprints aus einer kleinen Gruppe heraus gewinnt. Dazu kommt sein sensationeller explosiver Anritt an steilen Rampen, an denen kaum ein anderer Puncheur an seiner Seite bleiben kann.

"Sein Fahrstil, sein natürlicher Instinkt und seine enorme Rennintelligenz ist extrem beeindruckend", sagt Vicente Belda, der bei Kelme mehrere Jahre Valverdes Sportlicher Leiter war: "Häufiger als andere Fahrer hat Alejandro das richtige Gespür für die Rennsituation und trifft wichtige Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde. So etwas kann man nur schwer erlernen, so etwas muss einem in die Wiege gelegt sein."

Valverdes Rennrad: das Ultimate CF SLX

Zabel: Valverde ist ein echter Leadertyp

Valverdes fahrerische Qualitäten spiegeln sich auch in seinem Charakter wider. "Es ist sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten", sagt Zabel: "Er ist aufgeschlossen für Neuerungen, immer auf dem neuesten Stand bezüglich des Materials und trotz seiner Erfolge sehr bodenständig geblieben. Außerhalb der Rennen ist Alejandro einer von 28 Teamfahrern, hat keine Star-Allüren und beansprucht keinerlei Sonderbehandlung, egal ob es um den Sitzplatz im Bus geht oder um die Zimmerbelegung im Teamhotel."

Valverde ist ein echter Leadertyp, der es durch seine bescheidene Art außerhalb des Rennens schafft, dass alle im Team gerne für ihn fahren. Auch weil sie wissen, dass er bei fast allen Rennen eine Siegchance hat und immer zu 100 Prozent abliefert.

Alle für einen – Valverde für Rosa

Förderung der Jugend mit dem "Valverde Team"

Auf der anderen Seite ist sich der 36-Jährige aber auch nicht zu schade, selbst Helferdienste zu verrichten, schwere Entscheidungen im Rennen zu treffen und auch mal im Wind zu fahren. Beispielsweise bei der Tour de France, wenn er sich zu 100 Prozent in den Dienst von Nairo Quintana stellt.

Ein weiterer Beleg für seine Charakterstärke und soziale Kompetenz ist die Förderung der Jugend, die er sich auf die Fahnen geschrieben hat. Mit dem Projekt "Valverde Team" bringt der dreifache Familienvater Valverde Kindern das Radfahren näher und versucht dabei, den Jugendlichen die Werte des Radsports zu vermitteln, die ihn so stark gemacht haben: Akribie, Disziplin, Zielstrebigkeit und der Glaube an sich selbst. Gleichzeitig gibt Valverde damit dem Sport einen Teil von dem zurück, was er über 20 Jahre von ihm bekommen hat.

Als Jugendlicher 50 Siege in Folge

Als Kind spielte er wie alle spanischen Jungs Fußball. Doch als ihm sein Vater Juan, selbst ein guter Amateur-Radfahrer, im Alter von sechs Jahren sein erstes Rad schenkte, war der kleine Alejandro sofort Feuer und Flamme. Als Neunjähriger wurde Valverde in seinem ersten Rennen in Jumilla, nahe seiner Heimatstadt Murcia, Zweiter.

In der darauffolgenden Woche startete er bei einem Rennen in der Nachbarstadt Yecla und fuhr seinen ersten Sieg ein. In den nächsten fünf Jahren gewann Valverde alle Rennen, an denen er teilnahm. Zwischen seinem elften und dreizehnten Lebensjahr erzielte er 50 Siege in Folge und verdiente sich so seinen damaligen Spitznamen El Imbatido, der Ungeschlagene.

Mittlerweile hat die Radsportwelt mehrere Spitznamen für Valverde erfunden. "Bala", zu Deutsch die Kugel, oder "Balaverde" beispielweise, in Anspielung auf seine enorme Endgeschwindigkeit auf der Zielgeraden.

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Mission #BalaRosa

Was den kleinen Alejandro genauso ausgezeichnet hat wie den heutigen Weltklasse-Athleten, ist die unbedingte Hingabe für den Sport. "Ich liebe einfach meinen Job, Radfahren ist meine absolute Leidenschaft, davon kriege ich Gänsehaut", sagt Valverde: "Nach meiner aktiven Karriere werde ich wahrscheinlich das gleiche machen wie jetzt. Radfahren. Ich werde nur nicht mehr den Druck haben, mit 100 Prozent in ein Rennen zu gehen."

Doch vor seinem Karriereende hat Valverde noch eine Mission zu erfüllen: #BalaRosa heißt sie und sie soll den Erfolg von Quintana von 2014 wiederholen: den Sieg des Giro d'Italia und somit das Maglia Rosa zu Canyon und dem Movistar Team holen.

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