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Auf der 14. Etappe trug Andrey Amador vom Movistar Team das begehrte Maglia Rosa. // (c) TDWsport.com

24.05.2016, PROSPORTS 5 Fragen an Canyon Athleten zum Giro d'Italia

Im Mai gibt es nur eine Farbe: Pink!

Fünf Fragen, vier Canyon Athleten, eine Leidenschaft: Lisa Brennauer, Elena Cecchini, Alban Lakata und Nils Politt fiebern mit unseren Teams beim Giro d'Italia und verraten ihren Siegertipp für die Corsa Rosa.

Der Giro d'Italia geht in seine finale Woche, bevor am Sonntag in Turin der neue Sieger geehrt wird. Wie verfolgen unsere Canyon Athleten, die nicht am Giro teilnehmen, das Spektakel in den Alpen und Dolomiten?

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1)      Was fällt dir als erstes ein, wenn du "Giro d'Italia" hörst? Was verbindest du mit dem Rennen und mit Italien als Radsportland im Allgemeinen?

Elena Cecchini // CANYON//SRAM Racing: Für uns Italiener ist der Giro etwas ganz Besonderes und Einzigartiges. Im Mai gibt es nur eine Farbe: Pink! Es ist das wichtigste Sportevent in Italien. Für mich bedeutet der Giro Leidenschaft, Picknick und Grillen an der Strecke und eine Menge Tradition.

Alban Lakata // Topeak-Ergon Racing Team: Da fallen mir als Erstes fanatische Tifosi an den steilen Anstiegen der Dolomiten ein. Die Italiener sind wohl die begeistertsten Radsportler auf der Welt. Egal ob Rennrad oder MTB, für sie ist Radsport Kult.  

Lisa Brennauer // CANYON//SRAM Racing: Ganz klar, das Maglia Rosa. Für mich das Sinnbild italienischer Radsport-Tradition. Was für ein Land, was für eine Liebe zum Radsport. Wenn ich durch Italien rolle, spüre ich die große Leidenschaft und die Begeisterung der Italiener. Der Giro ist die Krönung der Saison. 

Nils Politt // Team Katusha: Wer Italien kennt, der weiß, dass es dort gut hoch und runter geht und die Strecken meistens nicht leicht sind. Die Tifosi sind enthusiastisch, immer gut drauf und machen ordentlich Stimmung am Straßenrand.

 

2)      Warst du schon mal beim Giro d'Italia vor Ort?

Elena Cecchini: Ich stand schon einige Male beim Giro an der Strecke. Meistens dann, wenn er durch meine Heimatregion im Friaul kam, zuletzt war das 2013. Ich stehe mit meinen Freunden dann immer an einem Anstieg, weil die Fahrer dort etwas langsamer fahren und man sie länger sehen kann. Letztes Jahr bin ich auch zum ersten Mal den Giro Rosa gefahren, die weibliche Ausgabe der Italien-Rundfahrt, und das war für mich eine unfassbar schöne Erfahrung.

Alban Lakata: Ich stand an der Strecke, als der Giro bei mir in meinem Heimatort Lienz zu Besuch war. Das ist aber schon ein paar Jahre her. Ich würde mir gern mal den Zoncolan live anschauen, einer der schwierigsten und steilsten Anstiege in ganz Europa.

Lisa Brennauer: Nein, bislang hat es noch nicht gepasst. Aber offen gestanden, ich wäre gerne mal ganz entspannt ohne Rad-Dress an der Strecke. Am liebsten bei einem Bergzeitfahren oder am Stelvio.

Nils Politt: 2002 war ich als Fan beim Giro, lange ist's her. Die zweite Etappe startete in Köln und die Strecke führte fast direkt an meiner Haustür vorbei. Aber jetzt als Profi würde ich ihn natürlich auch gerne mal fahren.

Alle für einen - Valverde für Rosa

3)      Welche Berge in Italien bist du selbst schon mal gefahren und wie war es für dich?

Elena Cecchini: Ich bin schon einmal das Sellajoch gefahren und es war super hart. Den Stelvio will ich auf jeden Fall auch mal fahren. In diesem Jahr steht beim Giro Rosa der Mortirolo auf dem Speiseplan. Da werde ich dann definitiv eine ordentliche Portion Berg abbekommen.

Alban Lakata: Ich fahre gelegentlich in die Dolomiten zum Trainieren. Deshalb sind für mich die Pässe Sella Joch, Grödner Joch, Passo Giau oder wie sie alle heißen kein großes Ding. Diese Gegend ist wohl eine der schönsten Rennradreviere überhaupt. 

Lisa Brennauer: In Italien bin ich noch keinen Berg gefahren. Mein Bruder hat mir vom Stelvio erzählt, den er selbst gefahren ist. Ich möchte da auch mal hoch. Im Giro Rosa werden wir dieses Jahr den Mortirolo-Pass fahren. Er gehört sicher zu den anspruchsvollsten Bergen der Welt.

Nils Politt: Ich bin bisher nur das Sellajoch gefahren – für mich als "Nicht-Bergfahrer" schon schwer genug. Aber ich denke, ich werde im Laufe meiner Karriere an den anderen Bergen wie Mortirolo oder Stelvio nicht drum rum kommen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt.

Zahlen und Fakten zu unseren Teams beim Giro d'Italia

4)      Welche Fahrer haben dich beim diesjährigen Giro bislang am meisten beeindruckt und wem würdest du noch einen Etappensieg gönnen?

Elena Cecchini: Natürlich hat mich Marcel Kittel beeindruckt – er fuhr ein starkes Auftaktzeitfahren und durch seine Sprintstärke hat er sich das Maglia Rosa geholt. Die größte Überraschung war für mich Bob Jungels. Von ihm werden wir in Zukunft glaube ich noch große Dinge sehen. Einen Etappensieg wünsche ich Alessandro De Marchi. Wir trainieren oft zusammen, denn er lebt direkt in meiner Nachbarschaft.

Alban Lakata: Ehrlich gesagt habe ich im Moment wenig Zeit den Giro zu verfolgen. Trotzdem hat es mich gefreut als mein Landsmann Matthias Brändle Platz zwei beim Zeitfahren in Chianti belegt hat. Ihm würde ich einen Etappensieg sehr gönnen. 

Lisa Brennauer: Bob Jungels hat mich wirklich überrascht. Aber eigentlich auch nicht, denn er hat einen ganz starken Motor in sich und großes Potential. Den Jungs von Movistar und Katusha drücke ich die Daumen. Sie haben schließlich die besten Räder (lacht).

Nils Politt: Steven Kruijswijk hat mich bisher sehr überrascht. Ihn hatte ich nicht auf der Rechnung. Aber wie er zurzeit fährt ist schon beeindruckend und auch schön anzuschauen im Fernseher.

 

5)      Und zum Schluss noch Dein Tipp: Wer wird den Giro d'Italia 2016 gewinnen?

Elena Cecchini: Als Italienerin sollte ich wohl eigentlich zu Vincenzo Nibali halten. Aber um ehrlich zu sein bin ich ein großer Fan von Alejandro Valverde. Außerdem würde ich mich sehr freuen, mal ein pinkfarbenes Canyon Rad zu sehen (lacht).

Alban Lakata: Aktuell stecke ich voll in den Vorbereitungen für mein großes Saisonziel, die Titelverteidigung bei der Marathon-WM. Deshalb bleibt gerade wenig Zeit, um den Giro genauer zu verfolgen. Vielleicht klappt es noch mit einem Canyon Sieg?!

Lisa Brennauer: Sehr schwer zu sagen, es ist noch alles offen. Aber wenn es nach mir geht, könnte es Alejandro Valverde werden.

Nils Politt: Ich denke, mit dem Vorsprung, den sich Steven Kruijswijk heraus gefahren hat, wird es schwer, ihn noch abzufangen. Dennoch habe ich Esteban Chaves noch nicht ganz abgeschrieben.

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