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12.11.2014, CANYON Rob zu Besuch im Canyon.Home

Ein Canyon Hero im Interview: Rob-J

Rob ist Mountainbiker, Weltenbummler, Abenteurer und Perfektionist. Nebenbei leitet er zudem noch ein sehr erfolgreiches MTB-Jugendcamp und ist Vater eines kleinen Jungen. Wir freuen uns sehr mit Rob zusammenzuarbeiten: gib Ihm ein Bike und eine gute Location und er wird für Gänsehaut sorgen! Mit seinen Projekten vermittelt er stets das Gefühl was Mountainbiken bedeutet: Freiheit, Spaß und Lebensqualität. Rob hat uns in Koblenz einen kurzen Besuch abgestattet. Hier erfahrt Ihr, was in der nächsten Zeit bei unserem Canyon Hero so ansteht und mit welchen Reisezielen er für Fernweh sorgen wird.

 

Hi Rob! Schön, dass Du mal wieder hier bei uns im Canyon.Home bist. Was hat Dich denn zu uns nach Koblenz verschlagen?

Hallo zusammen. Ich hab hier im Canyon.Home ein paar Termine, um meine anstehenden Projekte zu besprechen,  Ideen auszutauschen und außerdem würde ich gerne sehen, woran gerade hier im Geheimen getüftelt wird. (lacht)

Was steht denn alles bei Dir in den nächsten Tagen an? Du meintest, dass es bald nach Südafrika geht? Was hast Du denn dort alles geplant?

Richtig, am Dienstag geht es für fast zwei Wochen wieder nach Kapstadt. Das ist quasi mein zweites Zuhause. Seit überzehn Jahren fliege  ich regelmäßig im Winter nach Südafrika zum Trainieren, Bilder schießen und um meine Freunde dort zu besuchen. Diesmal reise ich erstmals mit der Mission hin, einen Film zu drehen. Da ich die Gegend und alle Top-Spots gut kenne, darf man sich jetzt schon auf einen coolen Film von Sebastian Doerk und mir freuen. Unser letzter Film „Gone Tomorrow“, der in Nepal entstanden ist, wurde erst kürzlich beim Kendal Mountain Film Festival nominiert und bekam dort von internationalem Fachpublikum enormen Zuspruch. Das motiviert uns gewaltig für die anstehenden Projekte.

Südafrika verbinde ich persönlich weniger mit MTB. Wie ist die Szene vor Ort?

Einerseits hast du Recht, Südafrika ist nicht gleich für jeden Rider ein bekannter Hotspot. Bei näherem Hinsehen wird man jedoch feststellen, dass Südafrika eine ziemlich große und sehr vielfältige Bike Szene hat. Besonders in den letzten zehn Jahren wurde die Cap-Region und die Garden Route bekannt durch das Cape Epic Event. So ist eine große lokale Marathon- und Stage- Race-Szene entstanden. Immer mehr Großgrundbesitzer bauen auf ihren Winelands MTB-Strecken, und das nicht nur für die Lycra Fans. Immer mehr Enduro-, Freeride- und Downhillstrecken entstehen dort. Sogar Dirt Spots sieht man immer öfters. Der Bike Markt boomt dort gewaltig und es kommen immer mehr Sportler dorthin, um unseren Winter zu entfliehen.Generell würde ich sagen, dass es ein Hotspot für Sportler ist. An kaum einem anderen Ort kommen so viele Fun-Sportarten zusammen wie in Cape Town.

Du bist mit Deinem VW Bus gekommen. Kein Bus von der Stange wenn ich das richtig sehe. Was genau hast Du an diesem Bus verändert, damit er zu Deinem MTB-Lifestyle passt?

Ja, bei meinem guten alten 90er T3 Syncro Bus wurde in den letzten 14 Monaten so ziemlich alles überholt, ersetzt und verbessert. In den letzten Jahren hat er ziemlich gelitten. Die Karosserie hatte heftigen Rostbefall und der kleine 75 PS Diesel Motor war eh ständig überfordert. Jetzt hab ich ihm viele neue Bleche spendiert, einen neuen Lack verpasst und einen komplett neu aufgebauten modernen TDI Motor mit 120 PS verpasst. Jetzt geht es endlich voran, wenn der Bus mit Bikes und Familie vollgepackt ist. Ein paar Baustellen gibt es aber noch diesen Winter bis er fertig und bereit ist für die nächsten Roadtrips im Sommer.

Du meintest auch, dass noch ein weiteres Projekt mit dem Bus ansteht. Was genau hast Du vor? Ich meine da etwas von einer Rampe gehört zu haben.

Haha, ich glaube da hast Du zu viel gehört. Das ist doch noch TOP SECRET. Vielleicht gibt es ja etwas beim Pure Cycling Festival im April zu sehen.

Du engagierst Dich auch sehr für den Nachwuchs. Deine Camps sind sehr gut besucht und die Kids haben mit Sicherheit eine gute Zeit bei Dir. Was motiviert Dich für diese Projekte und was motiviert Dich den Nachwuchs zu fördern?

Ich selbst wurde als Kid im ersten Jugendcamp „entdeckt“. Mein Trainer damals im Camp war der heutige Sram Marketing Manager, Elmar Keinecke. Er war einer der besten deutschen Downhiller und hat mir damals im Camp richtig viel beigebracht. Die Jahre später bin ich dann mit den ganzen Profis Rennen gefahren, wurde immer besser und Teil der Szene. Das gleiche können die Kids heute bei mir im Camp erleben und darüber hinaus mit uns auf Events abhängen, zusammen biken und trainieren. Ich gebe so ein Stück meiner Geschichte an die nächste Generation Biker zurück. Das ist extrem motivierend. Besonders dann, wenn aus dem Camp Talente hervorgehen.

Worum geht es in Deinen Camps? Geht es da um ganz pragmatisch Dinge oder auch um Attitüde, Zwischenmenschliches oder vielleicht auch um Lifestyle?

Im Camp geht es in erster Linie darum eine  gute Zeit und viel Spaß zu haben mit den Jugendlichen. Wir verbringen den ganzen Tag im Bikepark und auf den Trails, zeigen den Jungs und Mädels alle Tricks um sicher und stylisch den Berg runter zu kommen. Aber mit so einem Haufen Jugendlicher geht es natürlich nur mit einem respektvollen Miteinander. Ich und mein Team legen da ganz viel Wert auf ein gutes Benehmen, Höflichkeit und Anstand. Wenn das bei den Kids ankommt und funktioniert – und das tut es immer – haben die Kids die beste Zeit mit uns und wir machen jeden Blödsinn mit.Mit ein paar meiner „Jugendcamp Kids“  bin ich heute sehr eng befreundet, man trifft sich privat, geht zusammen auf Reisen oder trainieren. Es ist ziemlich cool, wenn aus dem Camp so etwas entsteht. Ganz abgesehen von der sportlichen Leistung.

Worauf können wir uns im nächsten Jahr freuen? Gibt es Projekte über die Du schon reden kannst/darfst, oder alles noch geheim?

Hm, ich kann auf jeden Fall verraten, dass es wieder einige tolle Filme und Reiseberichte geben wird. Die Anden in Bolivien und Peru stehen auf der Liste sowie einige Roadtrips in Europa. Außerdem ist ein neues Programm zur Talentförderung in Arbeit. Dazu gibt es bald mehr News.

Du hast einen ziemlich hohen Anspruch an Bilder, Videos und die Einbindung der Natur. Ist das nur mein Eindruck oder tatsächlich Grundvoraussetzung für jedes Deiner Projekte?

Ja das stimmt schon. Ich bin grundsätzlich ein Mensch, der auf Qualität ziemlich hohen Wert legt. Das fängt schon bei einer perfekten Tasse Kaffee an und hört bei meinen Bikes, meinem Bus und meinen Projekten auf. Das kann einen auch manchmal ziemlich verrückt machen, aber so bin ich nun mal.  Die Natur spielt in meinen Fotos und Filmen eine enorm wichtige Rolle und ist für mich Grundvoraussetzung. Keine Natur bedeutet nichts Gewaltiges und kein Gänsehautfeeling. Das „Ich will jetzt sofort los und selber auf Reisen gehen“ Gefühl möchte ich beim Lesen der Texte und Schauen der Bilder erwecken.

Erzähl uns doch einmal etwas über Deine Bikes. Welches Bike kommt bei Dir am häufigsten zum Einsatz?

Das Strive CF fahre ich am meisten. Einfach weil es am vielseitigsten ist und richtig radikal gefahren werden kann. Deswegen ist es auch auf meinen Reisen die erste Wahl. Da habe ich einfach immer das passende Rad für jedes Gelände dabei.Ich liebe es aber auch Downhill zu fahren, große Kicker zu springen und Freeriden zu gehen. Da ist das Torque DHX mein Fun-Bike. Ich war erst vor kurzem drei Wochen in Kanada unterwegs und hatte dort mit dem DHX eine unglaublich gute Zeit. Im Coast Gravity Park an der Sunshine Coast hab ich an zwei Tagen mehr Air-Time gesammelt als bei uns im ganzen Jahr. Die Strecken sind einfach unglaublich und perfekt für das DHX.

In welchem MTB-Bereich liegt Deine größte Leidenschaft?

Das ist schwierig zu beantworten. Ich liebe alle Facetten des Mountainbikens. Auch die Uphills machen mit dem richtigen Bike und guter Fitness mega Spaß. Strava kann da ganz schön motivieren (lacht).  Aber Freeriden auf technisch schwierigen Natur-Trails mit Sprüngen ist meine Stärke. Meinen Dual Slalom und 4X Racing-Background bekomme ich aber nicht aus mir raus. Ich liebe es mich mit meinen Kumpels auf den Trails zu messen. Racing ist halt schon immer wieder geil.

Letzte Worte?

Danke für das Interview. Es ist immer wieder super hier bei euch in Koblenz zu sein.

 

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