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Alejandro Valverde kurz vor seinem Sturz beim Zeitfahren der Tour de France, der seine Saison 2017 beendete. // Foto: Tino Pohlmann

11.12.2017, PROSPORTS Alejandro Valverde

Comeback in Sichtweite

Es braucht nicht viel, um aus einer traumhaften Saison eine zum Vergessen zu machen. Fragt mal bei Alejandro Valverde nach. Im Frühjahr noch unschlagbar mit seinem sagenhaften fünften Sieg beim Fléche Wallonne und seinem vierten Streich bei Liege-Bastogne-Liege, war Alejandros Tour de France vorbei, bevor sie so richtig begann.

Er wurde eines der zahlreichen Regen-Opfer an diesem Tag beim Tour-Zeitfahren in Düsseldorf. In einer Kurve kam der Spanier zu Fall und krachte mit den Beinen voran in ein Absperrgitter. Brüche der Kniescheibe und des Sprungbeins waren die Folge, das Saisonaus besiegelt. Doch wie geht es weiter für einen Profi, dessen Palmares nicht mehr viel Luft nach oben lassen? War die erste Tour-Etappe 2017 vielleicht schon sein letztes Rennen?

Nach monatelanger Genesung und schweißtreibendem Aufbautraining ist "Bala" fest entschlossen, wieder zu alter Stärke und in die WorldTour zurückzukommen. Die Brüche und Fleischwunden sind verheilt. Nun sitzt der 37-Jährige wieder im Sattel und bereitet sich akribisch auf die kommende Saison vor. 

Wir haben unsere Facebook Community gefragt, was sie gerne vom erfolgreichsten spanischen Radprofi wissen möchte. Hier sind eure Fragen und Alejandros Antworten.

Hast du bei Rennen oder im Training irgendwelche Rituale?

AV: Ich ziehe meinen linken Schuh immer zuerst an und überprüfe vor jedem Start den Luftdruck in den Reifen.

Welche Sportarten hast du ausprobiert, bevor du zum Radsport gekommen bist?

AV: Wie die meisten habe ich Fußball gespielt. Laufen habe ich auch ausprobiert, war aber nie besonders gut darin. Radfahren habe ich schon immer geliebt. Und obwohl ich damals nie für möglich gehalten hätte, dass ich dahinkomme wo ich nun stehe, war der Radsport von Anfang an das, was ich machen wollte.

Welche ist abgesehen vom Radsport deine Lieblingssportart?

AV: Ich bin ein großer Motorsportfan, wie beispielsweise Moto GP. Von allem, was einen Motor hat, bin ich angetan.

Schaust du in Rennen oder im Training eher auf deine Wattwerte oder fährst du nach Gefühl?

AV: Ich bin schon immer sehr gerne nach Gefühl gefahren und hab in meinen Körper hineingehört. Natürlich hilft die technische Unterstützung eines Powermeters oder die Ansagen vom Teamradio. Aber ich genieße es immer noch, wenn ich im Rennen oder im Training nicht ständig auf elektronische Hilfe angewiesen bin.

Welche Rolle spielt das Radmodell für deine Leistung und die des Teams? Wie verhält es sich im Vergleich zu den anderen Rädern, die du in deiner Karriere bereits gefahren bist?

AV: Ich mag mein Canyon wirklich sehr, weil die Räder enorm zuverlässig sind, ich hatte noch nie irgendwelche Probleme damit. In meiner ersten Saison bin ich auf dem Ultimate gefahren und habe in der zweiten Saison auf das Aeroad gewechselt. Danach habe ich mich entschieden, wieder zurück zum Ultimate zu gehen, weil es einfach ein extrem steifes Rad ist und ein sehr präzises Handling in Abfahrten hat. Es ist einfach ein sehr komplettes Rennrad, das alles hat, was man sich wünscht.

Nach deinem Sturz hast du hart daran gearbeitet, wieder zurückzukommen. Wann werden wir dich wieder im Sattel sehen?

AV: Zunächst hatten wir angepeilt, schon bei der Tour Down Under in Australien am Start zu sein. Aber da die Mallorca Challenge nur ein paar Tage später beginnt, werde ich wohl dort mein Comeback geben.

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