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Party-Stimmung neben der Strecke // Photo: Kristoff Ramon

06.02.2018, CANYON 2018 UCI Cyclocross Weltmeisterschaft

SIEGEN IST NICHT ALLES

Bei den Cyclocross-Weltmeisterschaften dreht sich alles um das Spektakel, ein jährliches Treffen, bei dem sich Karneval und Spitzensport vermischen. Und die Voraussetzungen für die diesjährige Ausgabe in Valkenburg, dem Kernland des niederländischen Radsports, nur einen Steinwurf von der belgischen Grenze entfernt, hätten nicht perfekter sein können. Der größte Showdown des Jahres: Der Niederländer Mathieu van der Poel und der Belgier Wout van Aert treten im Saisonabschluss auf einem technisch und physisch brutalen Parcours, wie man ihn seit Jahren nicht mehr erlebt hat, nochmal gegeneinander an.

Nachdem Mathieu van der Poel die Cross-Saison mit 26 Siegen dominierte, hatte er in Valkenburg die Chance, vor einem erwartungsvollen Heimpublikum die Regenbogenstreifen zu erobern. Aber anders als in der gesamten Saison zuvor hatte Mathieu an diesem einen Tag einmal nicht die Beine, seinem Erzrivalen zu folgen, als dieser das Tempo erhöhte und musste van Aert ziehen lassen. Mathieu blieb nur, weiter zu kämpfen, während van Aert ihm Runde um Runde weiter entglitt. Eine ungewohnte Renn-Situation, nimmt man die übrige Saison als Maßstab. Und so war schlussendlich sein Kampf um Bronze, um nicht das gesamte Podium an Belgien abzugeben, ein starker Beweis dafür, dass bei echten Champions die Art und Weise, wie man verliert, genauso wichtig ist, wie die Art und Weise, wie man gewinnt.

Für das Inflite CF SLX war es trotzdem ein beeindruckendes WM-Debüt und es konnte seinen Ruf als heißestes Bike der Cyclocross-Szene bereits mit guten Ergebnissen untermauern. Ceylin Alvarado war die Erste, die den niederländischen Fans eine Medaille bescherte und sie war bei der Siegerehrung, bei der sie die Silbermedaille für ihren zweiten Platz im U23-Rennen der Frauen erhielt, zu Tränen gerührt. Auch Yan Gras, französischer U23 Fahrer, überwältigten bei der Übergabe seiner Bronzemedaille die Emotionen. Sein Teamkollege und Captain des Team Chazal-Canyon, Steve Chainel, ehemaliger WorldTour-Profi und bereits 34, beendete seine bisher stärkste Saison mit einer Top-10 Platzierung in der Männer-Elite. 

Sieg oder Niederlage, das Rennen um die Regenbogenstreifen bringt das Beste in jedem Fahrer zum Vorschein.