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Alejandro Valverde // Foto: Tino Pohlmann

26.06.2018, PROSPORTS Alejandro Valverde bei der Tour de France 2018

Der Champion

Nach seinem brutalen Sturz bei der letztjährigen Tour sahen viele schon sein Karriereende. Doch Alejandro Valverde kämpfte hart für sein Comeback und kam so dominant wie eh und je zurück. In Frankreich könnte er zum Trumpfass des Movistar Teams werden.

Elf Siege hat Alejandro Valverde in diesem Jahr schon eingefahren. Den spanischen Meistertitel hat er als Zweitplatzierter nur knapp verpasst. Vergessen sind die bitteren Momente aus der vergangenen Saison. Die Brüche und Fleischwunden sind verheilt, die zerschmetterte Kniescheibe gerichtet.

Rückblende: Bei der letztjährigen Tour de France wurde Valverde eines der zahlreichen Regen-Opfer beim Zeitfahren in Düsseldorf. In einer Kurve kam der Spanier zu Fall und krachte mit den Beinen voran in ein Absperrgitter. Brüche der Kniescheibe und des Sprungbeins waren die Folge, das Saisonaus besiegelt. Es hätte das endgültige Karriereende sein können.

Hart erkämpftes Comeback

Doch die Art, wie sich Valverde zurückgekämpft hat, zeichnet ihn als wahren Champion aus. Hinter ihm liegt eine kräftezehrende Zeit. Vor allem mental. Monatelange Reha, unzählige Stunden im Kraftraum, dazwischen immer wieder Kontroll-Untersuchungen im Krankenhaus. Aber dabei immer das große Ziel vor Augen: Noch einmal die Tour de France und eine Weltmeisterschaft bestreiten.

Dabei könnte sich der 38-Jährige mit Blick auf seine Erfolge getrost zur Ruhe setzen. Tatsächlich ist Valverde einer der erfolgreichsten Fahrer, die der Radsport je gesehen hat. 119 Profi-Siege sind eine echte Marke. Zum Vergleich: Radsport-Legenden wie Miguel Indurain, Johan Museeuw oder Fausto Coppi haben allesamt weniger Siege auf dem Konto.

PROFISPORT BEI CANYON

„Das Rennen wird den Kapitän bestimmen“

Seine erste Grand Tour war die Vuelta a Espana 2002, das ist nun 16 Jahre her. 22 Große Rundfahrten hat er seither bestritten. Am 7. Juli wird „Bala“ in Noirmoutier neben Nairo Quintana und Mikel Landa als einer von drei Movistar Team-Kapitänen seine 11. Frankreich-Rundfahrt bestreiten.

Kaum ein anderes Team in der Geschichte der Tour hatte drei derart hochkarätige Top-Favoriten in seinen Reihen. Und gerade deshalb fliegt Valverde vor dem Start einigermaßen unter dem Radar. Keiner der Experten hat ihn auf der Rechnung, wenn es ums Podium in Paris geht.

Zu groß ist die mediale Anziehungskraft von Landa und Quintana, der auf die Frage der Kapitänsrolle beim Movistar Team stets diplomatisch antwortet: „Es gibt keinen Chef im Vornherein, das Rennen wird den Kapitän bestimmen.“

Völlige Hingabe für den Radsport

Egal ob als designierter Kapitän oder als Edelhelfer wie 2015, als er sich bei Quintanas 2. Platz bei der Tour komplett in den Dienst des Kolumbianers gestellt hatte: Valverde sieht man den Spaß am Radfahren jeden Tag an. Beim Training genauso wie im Rennen. „Ich liebe einfach meinen Job, Radfahren ist meine absolute Leidenschaft, davon kriege ich auch heute noch Gänsehaut", schwärmt der Spanier.

Valverdes DNA scheint zu 100 Prozent aus Radsport zu bestehen. Seine fahrerischen Qualitäten machen ihn zu einem Weltklasse-Athleten, zu einer absoluten Ausnahme-Erscheinung. Er kann in den Bergen mit den Besten mithalten, verfügt aber auch über eine enorme Endschnelligkeit, sodass er auch Sprints aus einer kleinen Gruppe heraus gewinnt. Dazu kommt sein sensationeller, explosiver Anritt an steilen Rampen, an denen kaum ein anderer Puncheur an seiner Seite bleiben kann.

Valverde und das Ultimate: ein unschlagbares Duo

Sein fahrerisches Können wird auf die Straße gebracht vom Ultimate CF SLX. Seine Eigenschaften passen perfekt zu Valverdes Ansprüchen und Fahrstil. Der superleichte Allrounder weist ein überragendes Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht auf und ist prädestiniert für lange Kletterpartien. Neben Valverde schätzen zahlreiche weitere Movistar Team-Profis das ausgezeichnete Handling und Ansprechverhalten des Ultimate.

Valverde mit seiner Erfahrung, seiner Hingabe für den Radsport und seinen fahrerischen Fähigkeiten gepaart mit den Sieger-Genen und herausragenden Eigenschaften des Ultimate: Das könnte für die kommende Tour das Trumpfass im Ärmel von Movistar Teamchef Eusebio Unzué werden – und eine unschlagbare Kombination, mit der im Vorfeld niemand gerechnet hat.

ALEJANDRO VALVERDES RAD: ULTIMATE CF SLX

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