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Mikel Landa // Foto: Tino Pohlmann

06.07.2018, PROSPORTS Mikel Landa bei der Tour de France 2018

Die große Unbekannte

Das letzte Puzzleteil des Movistar Teams ist vielleicht das spannendste. Niemand weiß genau, wozu Mikel in der Lage ist, nicht einmal er selbst. Wenn alle Augen auf Valverde und Quintana gerichtet sind, könnte es die große Chance für den Spanier werden, sein volles Potenzial zu offenbaren und für eine Sensation zu sorgen.

Jedes Jahr produziert die Tour Geschichten, die genügend Stoff für eine tägliche Seifenoper liefern. 2017 war die „Fährt er oder fährt er nicht?“-Saga zwischen Mikel Landa und Chris Froome eine dieser Geschichten. Als klarer stärkster Kletterer musste sich der Spanier sichtlich zurücknehmen, um das Rennen am Berg nicht aus den Angeln zu reißen. Am Ende blieb Landa seinem Kapitän Froome loyal und landete als Vierter nur wenige Sekunden außerhalb der Podiumsplätze.

Mit dem Wechsel vom Team Sky zum Movistar Team und damit auch in seine spanische Heimat hofft Mikel auf die nötige Freiheit und den Support, die ihm helfen, vor allem in den großen Rennen sein volles Potenzial auszuschöpfen. Nun ist die Tour endlich im Gange und das Rennen wird zeigen, zu was Mikel zu leisten imstande ist.

Wird Landa Häuptling oder Indianer?

Es gibt nur zwei kleine Hindernisse, die den Spanier zurückhalten könnten: Nairo Quintana und Alejandro Valverde, die anderen beiden Leader im Movistar Team. Als dreiköpfige Speerspitze könnten sie das Klassement dominieren, sobald das Peloton die Alpen erreicht. Das Rennen selbst wird letztendlich wohl die Hierarchie festlegen, und damit auch, wer sich als Indianer in den Dienst des Häuptlings stellen muss. Aber Vorsicht: Ein allzu großer Fokus auf die teaminternen Machtspiele könnte das komplette Projekt „Toursieg“ aus den Angeln heben.

Seine herausragenden Kletterfähigkeiten hat Mikel in diesem Jahr bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Dem zweiten Platz bei der Baskenland-Rundfahrt folgte ein Etappensieg bei Tirreno-Adriatico. Bei der Tour de Suisse fungierte er in den Bergen in erster Linie als Edelhelfer für Quintana. Bei der Tour erwarten wir den 28-Jährigen allerdings auf einem anderen Level - und in einer anderen Rolle. In den Bergen könnte die große Unbekannte aus dem Baskenland die entscheidende Attacke setzen, wenn die Konkurrenz alle Blicke auf Quintana und Valverde richtet.

MIKEL LANDAS RAD: ULTIMATE CF SLX

Alejandro Valverde: Der Champion

Nairo Quintana: Der Kletterer

Marcel Kittel: Der Kopfrennfahrer