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25.06.2014, CANYON CFET: GRENZERFAHRUNG IN FRANKREICH

The Strive Diaries: Entry 3

KOBLENZ, 25.06.2014 — Das dritte Rennen, ein neues Land, eine weitere Heimat: während beim letzten Stopp der
Enduro World Series (EWS) in Schottland der Heimvorteil klar bei Joe Barnes lag, stand am vergangenen Wochenende
erneut ein Heimrennen auf dem Plan. Frankreich ist und bleibt das spirituelle Enduro-Heimatland mit einer Vielzahl an
Ridern und Rennen. Der Spot in Valloire am Fuße des berühmten Galibier-Passes hat seit knapp 10 Jahren einen festen
Platz im Rennkalender und ist dieses Jahr als französische Benchmark endlich bei der Enduro World Series dabei –
absolut verdient, wie sich später zeigen sollte.

Vom rutschigen Sand in Chile, über matschige Wurzeln in Schottland ging es in Frankreich bei der dritten EWS-Runde
zum liftunterstützten hochalpinen Highspeed-Geballer, gepaart mit absolut dramatischem Terrain in den technischen
Passagen. Dazu kommt die Schwierigkeit des französischen Formats an sich. Die Trails sind bis zum Donnerstagabend
vor dem Rennen streng geheim und dürfen dann freitags zu Fuß besichtigt werden. Wenn man am Renntag aber die
vollen 100% geben will, ist an ein ausgiebiges Ablaufen gar nicht zu denken. Ein schmaler Grat zwischen Trail Kenntnis
und müden Beinen, zumal es die Liftunterstützung erst mit dem Start des offiziellen Rennens gibt. Am Renntag selbst
können die Rider dann einen Trainingslauf absolvieren, dicht gefolgt vom ersten „Chrono-Run“ auf Zeit auf derselben
Etappe. Wenn eine Stage bis zu 20 Minuten lang ist, ist die Konzentration gleich doppelt gefordert – sich jeden
einzelnen Stein zu merken ist eine echte Herausforderung.
Ines Thoma nach dem ersten Trainingsrun:
„Hochalpin, brutal steil und steinige Switchbacks gleich am Anfang und dann ein total schnelles Stück wo‘s einfach nur
über eine Wiese geht, aber mit fiesen fetten Steinen links und rechts. Das ist für den Kopf ziemlich tricky. Meine Devise
war: Einfach laufen lassen!“
Brutal war hier ein gutes Stichwort. Mit dem ersten Racerun folgten Stürze, Platten und weitere technische Defekte im
Minutentakt. Das Ziel war klar: Rider und Bike müssen heil ins Ziel kommen. Denn ein solches französisches Enduro-
Rennen mit sechs Stages auf Zeit ist verdammt lang. Zum Glück wählten unsere Rider Ines, Joe und Ludo May ihre
Lines weise und sauber und wurden vom Defektteufel verschont.
Die Canyon Crew Mechaniker verpassen den Bikes in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen perfekten Service, doch
auch mit frischem Material ließen sich Stürze leider nicht vermeiden. Nach dem komplett sturzfreien Samstag schlug
Ines gleich am Sonntagmorgen im ersten Racerun heftig in ein Steinfeld ein und konnte ihre gute Ausgangsposition
S. 02
nicht mehr verteidigen. Das war einer dieser Tage an dem nichts so richtig zusammen laufen will. Joe und Ludo fanden
recht schnell ihren Rhythmus und brachten gute Läufe ins Tal. Sie hatten alles gegeben und zur Belohnung konnten
sich alle über ein weiteres Top-Ten Ergebnis mit Platz 10 für Joe und einen 16. Rang für Ludo freuen.
Joes Zusammenfassung des Rennens:
„Die Runde in Frankreich war mit vielen Überraschungen gespickt. Die Stages sind anders gesetzt, das Format
unterscheidet sich von anderen Orten und auch das Racing selbst. Alle Überraschungen waren kein Problem und ich
hatte eine Menge Spaß dabei, mich ihnen zu stellen. Ich hatte das Gefühl über das ganze Wochenende immer schneller
zu werden. Der 10. Platz freut mich sehr.“
Nach dem französischen Höllenritt steht jetzt eine kurze Verschnaufpause an, um die müden Knochen und den
berüchtigten Armpump auszukurieren. In drei Wochen geht‘s dann zur nächsten Herausforderung ins italienische La
Thuile. Die vierte Runde der Enduro World Series steht an. Wir sind gespannt, was die Italiener für uns im Petto
haben.