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Powerwheelie in Schottland. In den Kurven zeigt Joe besonders gerne was er kann. Foto: Markus Greber

26.02.2015, CANYON Im Gespräch mit dem Topchief

The Joe Barnes Interview

Joe Barnes, Top Chief der Dudes of Hazzard und Fahrer des Canyon Factory Enduro Teams, hat sich schon einige Wochen vor dem Start der Enduro World Series (EWS) auf den Weg nach Neuseeland gemacht. Dort bereitet er sich für das erste Rennen der Saison vor. Bevor es am 28. März mit der EWS 2015 in Rotorua losgeht, haben wir ihm noch ein paar Fragen zu seinen Bikes, Trails und Neuseeland gestellt.

 

 

Du bist die Reise nach Neuseeland schon einige Wochen vor dem Auftakt der Enduro World Series angetreten. Wie ist es denn am anderen Ende der Welt?

 

Hier in Neuseeland ist es sehr abwechslungsreich und fahrtechnisch findet man hier auf den Inseln fast jede Begebenheit. Generell würde ich sagen, dass es hier viel trockener ist und die Trails schneller sind, als ich es gewöhnt bin aus Schottland. Die Strecken sind technisch viel einfacher als meine Hometrails. Dadurch kann man viel mehr Gas geben, was es für mich allerdings nicht unbedingt leichter macht den richtigen Flow zu finden. Hier in Neuseeland gibt es viel zu entdecken und eine Menge verschiedene Spots zu fahren. Also perfekt um dem Winter zu entkommen und neue Erfahrungen zu sammeln.

 

Letztes Jahr hast Du einige Meilensteine in Deiner Rennkarriere gesetzt. Unter anderem durch den EWS-Podiumsplatz und verschiedene Stagewins. Welche Ziele hast Du Dir für die kommende Saison gesetzt?

Letztes Jahr wusste ich nicht wirklich was mich erwartet und ich hatte keine festen Ziele. Aber die zweite Runde der EWS in Schottland hat mir einen guten Push nach vorne gegeben. Ich fühlte mich schneller und besser für den Rest der Saison. Die Rennen in den USA und Italien waren dann trotzdem Überraschungen für mich, weil sie viel besser liefen als ich es erwartet hatte. Ich denke mit ein paar Tricks aus der schottischen Kurvenschmiede und ein wenig Ausdauer auf den längeren Strecken könnte es wieder für ein Podiumsplatz reichen. Wenn es nach mir geht dann könnte dieses Jahr auch der erste Sieg drin sein.

 

Erzähl uns doch mal etwas über das Spectral (CF). Du fährst das Bike länger als jeder andere und warst auch am Entwicklungsprozess beteiligt. Was ist so besonders an dem Bike? Und wieso passt es so gut zu Deinem Style?

Das Spectral ist ein sehr agiles Bike. Meine selbstgebauten Trails zu Hause sind sehr eng und technisch anspruchsvoll. Daher macht es dort auch Sinn ein kürzeres Bike zu fahren. Man hat einfach viel mehr Spaß und ist noch schneller. Für Rennen ist zwar das Strive CF meine erste Wahl, aber um Spaß in den Wäldern zu haben, gibt es für mich nichts Besseres als das Spectral. Es dreht sich auf dem Punkt wenn nötig und ballert durch die Kurven wie kein anderes Bike

 

Wie entscheidest Du bei einem Rennen, ob das Strive oder das Spectral zum Einsatz kommt?

Für die harten Rennen der EWS nehme ich immer das Strive. Das Spectral kommt eher bei leichteren Enduro-Einsätzen in Schottland ins Spiel. Wir kommen gerade aus dem Wintercamp in Finale Ligure und ich bin sehr zufrieden mit meinem Setup. Mit der Pike und Monarch Plus von RockShox bin ich sehr gut ausgestattet und ich kann es kaum erwarten, diese Maschine in den EWS-Rennen an seine Grenzen zu führen.

 

Wechselst Du Dein Setup von Rennen zu Rennen und bist Du eher der Typ der sich einmal daran gewöhnt und dabei bleibt?

Ich bin kein großer Freund davon das Setup oft zu wechseln. Habe ich mich einmal daran gewöhnt, dann komme ich überall damit klar. Kleine Änderungen werden natürlich immer mal wieder vorgenommen. Bei den Rennen in Frankreich fahre ich eine etwas weichere Dämpfung, so  bleibt meine Muskulatur während der langen harten Trails etwas länger fit. Für Regen habe ich andere Bremsbeläge, Mud Guards und Muc Off Spray.

Wenn Du noch ein einziges Rennen in Deinem Leben fahren dürftest, welches wäre das?

Ich würde mir das gefährlichste und ruhmreichste Rennen der Welt raussuchen. Ein Rennen, das jederzeit die Saison eines Fahrers beenden kann, weil es so krass ist. Megavalanche in Frankreich wäre meine erste Wahl.

 

Vielen Dank