12.03.2015, CANYON Katusha-Star Alexander Kristoff im Interview

"Das Aeroad ist das schnellste Rad im ganzen Peloton"

Alexander Kristoff geht als Titelverteidiger in das erste Radsport-Monument des Jahres Mailand-Sanremo. Im Exklusiv-Interview spricht der Norweger über sein Aeroad CF SLX, Rohdiamanten im Team Katusha und das Rennen, das er auf jeden Fall noch gewinnen will.

Alex, erst einmal Glückwunsch zum sensationellen Saisonstart mit bereits fünf Siegen zu diesem frühen Zeitpunkt. Die Vorbereitung auf die Klassikersaison könnte schlechter laufen.

Alexander Kristoff: Danke, das kann man wohl sagen. Ich hatte nie einen besseren Saisonstart als in diesem Jahr mit den drei Siegen bei der Katar-Rundfahrt, dem Etappensieg im Oman und nun auch noch dem Etappensieg bei Paris-Nizza, den ich wirklich unbedingt haben wollte.

Schon im letzten Jahr hast Du einen riesigen Entwicklungsschritt gemacht und mit dem Triumph bei Mailand-Sanremo und den beiden Tour de France-Etappensiegen die beste Saison Deiner Karriere hingelegt. Wie willst Du das in diesem Jahr noch toppen?

AK: Tatsächlich war vergangene Saison die beste für mich als Profi. Ein Monument wie Mailand-Sanremo zu gewinnen war natürlich fantastisch, damit kann man nicht rechnen. Dazu noch die beiden Tour-Siege, das war für mich wie ein Traum, der endlich wahr geworden ist. An diese Leistungen will ich 2015 natürlich anknüpfen. Ich weiß, dass ich noch Luft nach oben habe und mich weiter entwickeln kann.

Welches sind Deine Hauptziele in dieser Saison?

AK: Mein erstes großes Ziel ist es, den Sieg bei Mailand-Sanremo zu wiederholen. Ich weiß, dass das sehr schwierig werden wird. Aber ich bin hoch motiviert und weiß, dass mein Team mir volle Unterstützung gibt. Später in der Saison will ich bei den Frühjahrsklassikern im Norden eine gute Figur machen. Vor allem bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix will ich versuchen zumindest aufs Podium zu fahren. Und natürlich ist die Tour de France immer ein Highlight. Durch das neue Punktesystem kann ich um das Grüne Trikot mitkämpfen. Allerdings bleiben Etappensiege das Hauptziel, auf das ich mich konzentriere.

Bei den Klassikern im Norden gehst Du als einer der absoluten Top-Favoriten ins Rennen. Wenn Du Dir eines der verbleibenden Monumente aussuchen könntest, welches würdest Du am liebsten gewinnen?

AK: Mein Lieblingsrennen ist die Flandern-Rundfahrt. Sie liegt meinem Fahrstil. Ich komme recht gut über die Anstiege und Kopfsteinpflasterpassagen, und auf den Abfahrten kann ich mich erholen, sodass ich im Finale in der Topgruppe sein kann. In den letzten beiden Jahren bin ich ziemlich knapp am Podium vorbei geschrammt. Dieses Mal will ich endlich draufstehen.

Du kannst sprinten, Du kommst gut über die Anstiege, und Du hast das längste Eintagesrennen im Rennkalender gewonnen. Welches ist Deine größte Stärke? Siehst Du Dich selbst eher als Klassikerspezialisten oder als reinen Sprinter?

AK: Gute Frage (lacht). Ich weiß, dass ich einer der schnellsten Sprinter im Peloton bin. Aber natürlich gibt es einige richtige Raketen im Feld, wie beispielsweise Cavendish oder Kittel. Gleichzeitig komme ich aber auch mit den Besten über knackige Anstiege und kann auch nach langen Distanzen und schweren Rennen noch ordentlich sprinten. Ich bin also beides, sowohl Klassikerjäger als auch Sprinter.

Egal ob bei Massensprints oder bei den Klassikern, wenn Du im Rennen bist bekommst Du als Kapitän die volle Unterstützung des Teams. Welcher Deiner Teamkollegen hat denn in Deinen Augen das größte Potenzial? Wer wird der nächste große Star im Team Katusha?

AK: Ich denke Anton Vorobyev ist ein Rohdiamant. Er ist erst 24 und hat schon jetzt starke Resultate vorzuweisen. Gerade wegen seines Ausnahmetalents im Zeitfahren könnte er in naher Zukunft eine Menge Siege einfahren. Auch Sergei Chernetckii ist noch sehr jung und hat großes Potenzial. Ich denke, auch er kann ein richtig starker Profi werden.

Kommen wir zu Deinem Arbeitsgerät, dem Aeroad CF SLX. Welche Dinge änderst Du an Deinem Rad, wenn Du in die Kopfsteinpflaster-Klassiker wie beispielsweise Paris-Roubaix gehst?

AK: Um ehrlich zu sein, nicht sehr viel. Wir haben für diese Art von Rennen verschiedene Reifen mit unterschiedlichen Breiten und manchmal auch verstärkte Laufräder. Bei Paris-Roubaix fahren wir beispielsweise 28 mm breite Reifen. Zudem verändere ich mit dem Rake Shift-System in der Gabel den Abstand der Räder. Bei Rennen mit viel Kopfsteinpflaster vergrößere ich somit den Radstand, wodurch das Rad auf ruppigem Gelände noch besser auf der Straße liegt und ich mich etwas komfortabler fühle. Im Allgemeinen bin ich aber sehr zufrieden mit meinem Rad-Setup und ändere daran wenig, wenn es einmal optimal eingestellt ist.

Du hast auf dem Ultimate CF SLX zahlreiche Siege eingefahren und bist im letzten Jahr auf das neue Aeroad CF SLX gewechselt. Worin unterscheiden sich die beiden Räder?

AK: Das Ultimate CF SLX war schon super, ich habe es wirklich gemocht. Doch als Canyon uns das neue Aeroad CF SLX vorgestellt hat, war ich sofort überzeugt. Es ist extrem schnell und steif. Seitdem fahre ich das Aeroad und fühle mich mit ihm richtig gut und schnell. Aktuell ist es das Rad, das mit Abstand am besten zu mir passt. Ich habe schon einige Rennen mit dem Aeroad CF SLX gewonnen und ich hoffe, es werden noch viele mehr. Ich denke, das Aeroad ist eines der schnellsten Räder im gesamten Peloton, vielleicht sogar das schnellste.

Wie würdest Du das Aeroad CF SLX mit nur drei Wörtern beschreiben?

AK: Richtig schnell, laufruhig und steif.

Vielen Dank für Deine Zeit Alex und viel Erfolg für Mailand-Sanremo sowie die anstehenden Frühjahrsklassiker.