Einsatz deines Canyon-Bikes in stationären Rollentrainern

Auch wenn es jeden Radfahrer in erster Linie antreibt, draußen in der Natur unterwegs zu sein: Indoor-Training ist für jeden ambitionierten Biker ein immer wiederkehrendes Thema. Wir bei Canyon sind selbst begeisterte Radfahrer und wissen das. Genauso wissen wir, dass zum Einsatz v. a. unserer Carbon-Bikes in Rollentrainern teils unterschiedliche Informationen kursieren.

Es ist grundsätzlich richtig, dass keines unserer Modelle laut seinem bestimmungsgemäßen Gebrauch offiziell für den generellen Einsatz in Rollentrainern freigegeben ist. Dennoch verträgt jedes Modell diese Belastung. Was zunächst widersprüchlich erscheint, lässt sich leicht erklären: Canyon verfolgt einen beispiellosen Ansatz hinsichtlich der technischen Prüfung aller Entwicklungen. So sind wir etwa der einzige Hersteller weltweit, der eine 100-prozentige Überprüfung aller Carbongabeln, -lenker und -vorbauten garantiert. Aber: Den praktischen (Dauer-) Einsatz unserer Räder in festen Rollentrainern prüfen wir nicht – und können ihn deshalb nicht (rechts-) verbindlich freigeben. Es geht hierbei immerhin um nicht weniger als eine garantierte Produktsicherheit und unsere Verantwortung als Hersteller dir und deiner Gesundheit gegenüber.

Unsere jahrelangen Erfahrungswerte sowie die Rückmeldungen von unseren Profiteams und Virtual-Training-Partnern wie Zwift sprechen jedoch nicht gegen ein Training auf der Rolle: So wissen wir zwar, dass vor allem die Ausfallenden bzw. ihre Fügeverbindungen zu den Sitz- und Kettenstreben beim Einspannen in feste Rollentrainer eine höhere Belastung erfahren als beim Fahren auf der Straße. Das gilt besonders für Seiten- und Verwindungskräfte durch Intervall- und Sprint- bzw. generelle Wiegetrittbelastungen (und zwar für Schnellspann- und Steckachsen-Systeme gleichermaßen). Denn während im normalen Straßeneinsatz die Verformung des Reifens sowie die Verwindung des Laufrads die Höhe der in den Hinterbau eingeleiteten Kräfte abpuffern, hat ein fest in einer Rolle fixierter Rahmen dagegen keinerlei Chance „auszuweichen“. Allerdings: Funktional betrachtet ist das kein Problem, da die Verbindungsstelle der Ausfallenden mit den Sitz- und Kettenstreben ebenfalls eine minimale Ausgleichsbewegung erlaubt. Eine Rolle macht deinen Carbonrahmen also per se nicht direkt kaputt. Aber: Die über dem Carbon liegende Lackschicht hat strukturbedingt nicht diese Möglichkeit, sich zu verformen. Das Ergebnis eines stationären Trainings über einen längeren Zeitraum können deshalb oberflächliche Risse im Lack sein – im Prinzip also nichts weiter als ein „dekoratives Problem“. Ob du das in Kauf nehmen möchtest, bleibt letzten Endes dir selbst überlassen. Unsere Empfehlung: Besorge dir ein altes Rad mit Alu- oder sogar Stahlrahmen. Denn das Gewicht und selbst die Wertigkeit der Schaltgruppe spielen beim stationären Training keine Rolle.

Fixiert dein Rollentrainer auch die Gabel fest, gilt das Beschriebene hier ebenso. Für freie Rollen dagegen gelten selbstverständlich die gleichen Parameter wie beim Fahren auf der Straße.

Übrigens: Unser hauseigener, exklusiver CT-Scanner kommt im Zweifel jeder von außen nicht erkennbaren Beschädigung auf die Schliche. Diesen Service bieten wir dir als Dienstleistung an, wende dich dazu einfach an service@canyon.com. Und sollte tatsächlich einmal etwas kaputtgegangen sein: Unser Crash-Replacement greift selbstverständlich auch bei Schäden, die beim Einsatz deines Bikes in einem Rollentrainer entstanden sind.