MTB-Pedale: Welche Pedale passen zu deinem Mountainbike?
Mit diesem Ratgeber findest du die richtigen Pedale für dein Mountainbike und behältst beim Shredden immer die Kontrolle über dein Fahrrad.
Über gute Pedale musst du dir irgendwann keine Gedanken mehr machen. Sie tun einfach, was sie sollen, während du dich voll und ganz aufs Fahren konzentrieren kannst. Aber wenn du noch neu im Mountainbike-Sport bist oder aus einer anderen Raddisziplin kommst, kann die Suche nach den passenden MTB-Pedalen schnell unübersichtlich werden. Dieser Ratgeber erklärt die verschiedenen Pedaltypen und welches Pedal zu welchem Fahrstil und welchem Fahrertyp passt. Mit diesem Wissen kannst du die Entscheidung für das richtige System treffen.
Inhalt
Warum die richtigen MTB-Pedale so wichtig sind
Du hast nur drei Kontaktpunkte zu deinem Bike: Griffe, Sattel und Pedale. Wenn einer davon nicht optimal eingestellt ist, bekommst du über kurz oder lang Probleme mit Komfort und Kontrolle. Die richtige Fußposition ist der Schlüssel zu effizientem und beschwerdefreiem Treten. Das gilt für alle Radfahrer – vom Gelegenheitspendler mit einem City oder Trekking Bike über ambitionierte Rennradfahrer bis zum Downhill-Profi.
Für Mountainbiker kommt noch ein weiterer Pedalaspekt hinzu: Auf technischen Trails ist die Fußstellung entscheidend für Sicherheit und Fahrkontrolle. Wenn dein Fuß ständig verrutscht oder du den Kontakt zum Pedal verlierst, kannst du auf anspruchsvollem Gelände nicht sicher fahren.
Welche MTB-Pedale gibt es?
Es gibt drei Haupttypen von Mountainbike-Pedalen.
Plattformpedale bzw. Flatpedals
Plattformpedale – in der Szene auch Flatpedals genannt – sind die einfachste Form des MTB-Pedals: Sie bieten eine flache Plattform für deinen Fuß. Moderne Plattformpedale nutzen eine leicht konkave Oberfläche und Pins, um deinen Fuß während der Fahrt sicher zu halten.
Plattformpedale sind ideal für alle Fahrer, die nicht fest mit ihrem Bike verbunden sein möchten. Das betrifft vor allem abfahrtsorientierte Mountainbiker, die im Notfall schnell vom Pedal müssen. Auch für MTB-Einsteiger sind Plattformpedale eine gute Wahl, denn sie sind unkompliziert und erfordern keine Eingewöhnung.
Klickpedale bzw. Systempedale
Klickpedale (auch Systempedale genannt) verbinden deinen Fahrradschuh über einen Mechanismus fest mit dem Pedal. Dafür braucht der Schuh eine gebohrte Aufnahme für Fußplatten (sogenannte Cleats) an der Sohle. Diese feste Verbindung ist die effizienteste Art, ein Bike anzutreiben, denn dein Fuß ist immer in der richtigen Position und wird selbst auf ruppigem Terrain nicht abgeschüttelt.
Fast alle leistungsorientierten Radfahrer nutzen Klickpedale – vom Rennradprofi bis zum Weltcup-Downhiller. Der Einstieg erfordert allerdings etwas Übung: Du musst lernen, deine Schuhe sicher und schnell ein- und auszuklicken. Das klingt erst einmal abschreckend – und ja, es braucht etwas Übung. Aber die Vorteile von Systempedalen überwiegen beim Mountainbiking. Selbst im risikoreichen Downhill-Sport gehören sie zum Standard. Mit etwas Erfahrung eignen sie sich also für jeden Fahrstil.
Am weitesten verbreitet sind SPD-Pedale (kurz: SPDs). Der Begriff ist eine Produktbezeichnung von Shimano und steht für „Shimano Pedalling Dynamics“. Mittlerweile hat er sich aber als allgemeiner Ausdruck für Klickpedale durchgesetzt und wird umgangssprachlich auch für Systeme anderer Marken verwendet.
Kombipedale
Wenn du dich nicht zwischen Plattform- und Klickpedalen entscheiden kannst, bieten Kombipedale die maximale Flexibilität. Meist haben sie auf einer Seite einen Klickmechanismus und auf der anderen Seite eine Plattform.
Erfahrene Mountainbiker meiden Kombipedale jedoch meist. Auf dem Trail kostet das Wiederfinden der richtigen Seite wertvolle Millisekunden. Ideal sind sie aber, wenn du dein Bike in unterschiedlichen Situationen nutzt und nicht immer mit Fahrradschuhen fährst. Vielleicht brauchst du die Plattformseite unter der Woche zum Pendeln, willst aber am Wochenende mit dem Klicksystem Trails shredden.
Welche Pedale sind je nach Fahrstil am besten geeignet?
Der Name „Clipless-Pedale“ stammt aus der Zeit, als Fahrer:innen sogenannte Toe Clips verwendeten – kleine Körbchen für die Füße, die an den Pedalen befestigt waren. Um alles fest und sicher zu machen, nutzte man Riemen, mit denen man sich am Pedal fixierte. Das funktionierte gut, solange alles glattlief – doch bei einem Sturz war man im wahrsten Sinne des Wortes an die Pedale gebunden, was alles andere als ideal war. Clipless-Pedale boten eine sichere (und effizientere) Möglichkeit, sich mit dem Bike zu verbinden – ganz ohne diese Körbchen.
Materialien und Bauweisen von MTB-Pedalen
Bei der Pedalwahl spielen viele Details eine Rolle. Sie variieren je nach Pedaltyp.
Plattformpedale im Detail
Theoretisch klingen Plattformpedale einfach, aber es kann erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen geben:
- Materialien: Zunächst stellt sich die Frage, ob du MTB-Pedale aus Kunststoff oder aus Metall willst. Kunststoffpedale sind meist die budgetfreundliche Option. Sie bieten eine ähnlich solide Performance wie Metallpedale und können sogar leichter sein. Dafür sind Metallpedale in der Regel robuster und haben mehr Features.
- Lager und Achse: Gute Mountainbike-Pedale haben hochwertige Lager und Achsen, denn diese Teile verschleißen am häufigsten. Abgedichtete Industriekugellager (auch Kartuschenlager oder Patronenlager genannt) sind wartungsfreundlicher als Konuslager (lose Kugellager) und lohnen sich langfristig.
- Pins: Viele günstige MTB-Pedale haben geformte Pins, die Teil der Trittfläche selbst sind. Das vereinfacht die Produktion, aber dafür sind die Pins nicht austauschbar oder verstellbar. Bei Beschädigung oder Abnutzung musst du das ganze Pedal ersetzen. Hochwertige Plattformpedale haben meist austauschbare Pins. Bei Bedarf kannst du sie abschrauben oder die Griffigkeit anpassen. Beispielsweise bieten manche Hersteller Pins in unterschiedlichen Längen an.
- Form der Trittfläche: Eine konkave (nach innen gewölbte) Plattform hält deinen Fuß deutlich besser in Position als eine vollständig flache Oberfläche. Bei gezackten Kanten oder komplett flachen Profilen bist du stärker auf deine Schuhe und die Pins angewiesen.
Klickpedale im Detail
Bei Klickpedalen gibt es noch mehr Aspekte zu beachten:
- Materialien: Kunststoffkörper sind bei Klickpedalen selten, hier überwiegen die Modelle aus Metall. Aber es kann große Gewichtsunterschiede zwischen Einsteigermodellen und High-End-Pedalen geben, abhängig von der Metallqualität und der Verarbeitung. Für eine lange Haltbarkeit lohnt sich eine hochwertige, wartbare Achse. Bedenke dabei: Beim Mountainbiking schlagen die Pedale regelmäßig an Hindernisse. Schicke, ultraleichte Premium-Achsen sind zwar teuer, können aber auch anfällig für Beschädigungen sein.
- Schuhplatten- oder Cleat-System: Es gibt keinen universellen Standard für Klickpedale. SPD von Shimano ist das am weitesten verbreitete System, weshalb es auch von vielen anderen Herstellern genutzt wird. Es gibt aber auch Hersteller mit eigenen Befestigungssystemen wie Crank Brothers, Time, HT und Hope. Anders als bei Rennradpedalen nutzen fast alle MTB-Klickpedale eine Zwei-Loch-Bohrung zur Befestigung der Schuhplatten. Zwar musst du dich für ein System entscheiden, aber zumindest brauchst du dir keine Sorgen um die Kompatibilität zwischen Schuhen und Pedalen machen.
- Plattform: Für technische Fahrstile wie Enduro oder Downhill (DH) bevorzugen viele Fahrer Klickpedale mit umlaufender Plattform. Diese speziellen Pedale ähneln Plattformpedalen und bieten eine größere Kontaktfläche für mehr Kontrolle. Sie sehen zwar aus wie Plattformpedale, sind aber nicht mit normalen Straßenschuhen nutzbar, da das Cleat in der Mitte höher liegt als die Plattform.
Welche Pedale passen zu welchem MTB-Fahrstil?
Die Wahl des richtigen Pedals hängt von deiner Erfahrung und deinem bevorzugten Terrain ab.
Für MTB-Einsteiger sind Plattformpedale die beste Wahl: keine Eingewöhnung und keine Spezialschuhe erforderlich. Du kannst dich voll aufs Fahren konzentrieren und Spaß haben. Nutzt du dein Mountainbike auch für andere Dinge (Pendeln, Einkaufen), können Kombipedale eine Überlegung wert sein.
Trail und All-Mountain
Es gibt kein Richtig oder Falsch bei All-Mountain oder Trail Bikes. Deine Entscheidung hängt davon ab, was dir beim Fahren wichtiger ist:
- Abfahrtsorientiert: Plattformpedale bieten mehr Bewegungsfreiheit und Spaß.
- Kletterfreudig: Klickpedale punkten mit höherer Effizienz beim Bergauffahren.
Downhill, Sprünge und Bikepark
Bei technischem, abfahrtsorientiertem Downhill-Riding sind Plattformpedale weit verbreitet. Weil du nicht fest mit dem Bike verbunden bist, kannst du deine Füße auch in Notfällen jederzeit vom Pedal lösen. Im DH-Weltcup fahren allerdings fast alle Profis mit Klickpedalen. Mit entsprechender Erfahrung funktionieren sie also auch im anspruchsvollsten Terrain. Für weniger erfahrene Mountainbiker sind Plattformpedale aber die sicherere Wahl.
Cross-Country (XC) und Langstrecke
Für Cross-Country und lange Strecken bevorzugen die meisten Fahrer Klickpedale. Sie bieten eine direktere Kraftübertragung und die optimale Fußposition macht sich auf langen Strecken bezahlt. Da diese Art des Mountainbikings technisch weniger anspruchsvoll ist, spielt die Möglichkeit, schnell absteigen zu können, eine geringere Rolle.
Brauche ich spezielle Schuhe für MTB-Pedale?
Um Klickpedale zu nutzen, benötigst du Fahrradschuhe mit den passenden Bohrungen für die Schuhplatten (Cleats) deines Systems. Wie du die Cleats richtig befestigst, erfährst du in einem weiteren Ratgeber.
Für Plattformpedale brauchst du keine Spezialschuhe, am besten nutzt du jedoch ein Paar mit einer komplett flachen Sohle. Viele Alltagsschuhe mit Rillen und Profil bieten ungleichmäßigen Grip auf den Pedalen. MTB-Schuhe für Plattformpedale haben Sohlen, die speziell für den gleichmäßigen Halt auf den Pins entwickelt wurden.
Plattformpedale vs. Klickpedale – Vor- und Nachteile im Überblick
Wenn dir das alles nach sehr vielen Informationen erscheint, kann es hilfreich sein, die Punkte in einfache Pro- und Contra-Listen zu unterteilen.
Plattformpedale
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Einfache Nutzung und Bewegungsfreiheit | Fuß kann verrutschen |
| Bewegungsfreiheit des Fußes auf dem Pedal | Weniger effiziente Kraftübertragung |
| Optimal für MTB-Anfänger | Geringere Kontrolle bei ruppigem Terrain |
| Keine Spezialschuhe nötig |
Klickpedale
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Fuß bleibt in optimaler Tretposition | Feste Verbindung zum Bike |
| Direktere Kraftübertragung | Eingewöhnungszeit erforderlich |
| Unmittelbare Kontrolle über das Bike | Spezialschuhe notwendig |
Wie du diese Faktoren gewichtest, ist eine persönliche Entscheidung. Es gibt hitzige Diskussionen darüber, ob nun Plattformpedale oder Klickpedale besser fürs Mountainbiking sind. Einen klaren Sieger gibt es nicht.
MTB-Pedale richtig warten
MTB-Pedale sind robust gebaut und allgemein recht wartungsarm. Trotzdem lohnt sich ein regelmäßiger Check – vor allem nach Stürzen:
- Achse prüfen: Ein harter Aufprall kann die Achse verbiegen. Kontrolliere, ob das Pedal noch im rechten Winkel zur Kurbel steht.
- Klickmechanismus testen: Bei Systempedalen bemerkst du Schäden durch ein verändertes Ein- und Ausklickverhalten. Ein defekter Mechanismus kann dazu führen, dass du deinen Fuß im Notfall nicht mehr lösen kannst. Tausche beschädigte Pedale umgehend aus, damit das nicht passiert.
- Lager kontrollieren: Drehe das Pedal an der Achse. Ein intaktes Pedal dreht sich gleichmäßig. Verschlissene Lager drehen zu leichtgängig oder ungleichmäßig und oft mit Geräuschen.
- Befestigung der Achse: Prüfe regelmäßig, ob die Achse fest im Pedalkörper sitzt. Sie kann sich mit der Zeit lösen. Wenn sich der Pedalkörper unterwegs von der Achse trennt, ist deine Ausfahrt vorbei.
- Pins checken: Kontrolliere bei Plattform- und Kombipedalen, ob die Pins noch die richtige Höhe für ausreichend Grip haben.
- Mechanismus reinigen: Nach schlammigen Fahrten solltest du den Klickmechanismus deiner Systempedale putzen, damit kein Dreck das Einklicken behindert.
Werden Mountainbikes von Canyon mit Pedalen geliefert?
Nein, Canyon Bikes werden ohne Pedale ausgeliefert. Pedale sind eine sehr persönliche Wahl. Wir überlassen dir die Entscheidung. Ein generisches Paar würde den meisten Fahrern ohnehin nicht passen und ungenutzt verstauben.
So findest du deine perfekten MTB-Pedale
Ob Plattformpedale, Klickpedale oder Kombipedale – die Entscheidung hängt von deinem Fahrstil und deinen Vorlieben ab. Manche Fahrer wollen nicht fest mit dem Bike verbunden sein. Andere empfinden Plattformpedale als zu schwer und ineffizient. Sie nutzen lieber Klickpedale. Viel hängt auch von deinen bevorzugten Trails und deinem Budget ab.
Die Pedale sind nur ein Teil des Gesamtpakets. Es ist auch wichtig, erst einmal das richtige Mountainbike zu finden. Um dir die Orientierung zu erleichtern, haben wir eine Mountainbike-Kaufberatung für verschiedene Fahrstile erstellt.
Neu im Sport und unsicher, was zu dir passt? Unser Bike Finder führt dich anhand einfacher Fragen zum passenden Bike. Wenn du zwischen zwei Modellen schwankst, kannst du sie in unserem Bike-Vergleichstool direkt gegenüberstellen.
Ohne Pedale kommst du mit deinem Mountainbike nicht weit. Wir hoffen, dieser Ratgeber hat etwas Licht ins Dunkel gebracht. Bis bald auf dem Trail!
Häufige Fragen zu MTB-Pedalen
Entdecke unsere Mountainbikes
Hat dieser Artikel geholfen?
Danke für dein Feedback
-
Über den AutorMatt Wragg
Lerne Matt Wragg kennen, den freiberuflichen Fotografen, Autor und selbsternannten Fahrrad-Zerstörer aus Nizza, Frankreich. Trotz erfolgloser Versuche bei XC-, Trial-, 4X- und DH-Rennen hat Matts Leidenschaft für das Mountainbiken nie nachgelassen. Nach einer Zeit in der Kommunikationsberatung beschloss er, seiner Liebe zum Radsport nachzugehen und zog nach Neuseeland. Seitdem hat er die Welt bereist, Trails gejagt und eine erfolgreiche Karriere als Radsportfotograf und -autor aufgebaut. Im Jahr 2021 wurde bei ihm Autismus diagnostiziert, mit dem er seither leben lernt. Sein Fahrradkeller ist ein echtes Zeugnis seiner Liebe zum Radsport und beherbergt Fahrräder, die von Freeride bis Cargo reichen.