Was du beim Radfahren bei jeder Temperatur tragen solltest: Komfortabel unterwegs
Wenn du dir bei wechselndem Wetter unsicher bist, was du zum Radfahren anziehen solltest, zeigt dir dieser Guide, wie du dich richtig kleidest und unabhängig von den Bedingungen komfortabel unterwegs bist.
Inhalt
Wind und Wetter gehören dazu – hart muss es sich trotzdem nicht anfühlen. Mit hochwertiger Radbekleidung meisterst du selbst sintflutartigen Regen oder glühende Hitze – und kommst im besten Fall mit einem breiten Grinsen wieder nach Hause.
Ob im dichten Stadtverkehr, auf nassen Waldtrails oder hoch oben am Berg: Die richtige Bekleidung hält dich komfortabel und geschützt. So bleibt dein Kopf frei für das, worum es wirklich geht – den Ride.
Warum die Temperatur entscheidend für den Fahrkomfort ist
Kennst du das Gefühl? Du fährst bergauf in einer nicht atmungsaktiven, wasserabweisenden Jacke. Die Haare kleben im Gesicht, das Trikot am Rücken.
Wenn dein Outfit nicht passt, kann das schnell den Spaß an der Ausfahrt verderben.
Der Schlüssel liegt darin, Performance, Komfort und Sicherheit deiner Kleidung in Balance zu halten. Da dein Körper beim Radfahren viel Wärme produziert, sorgt die richtige Bekleidung bei unterschiedlichen Wetterbedingungen dafür, dass du geschützt, komfortabel und entspannt bleibst.
Auf diese Begriffe solltest du achten:
- Thermoregulierung: Das ist der natürliche Prozess deines Körpers, eine angenehme Kerntemperatur aufrechtzuerhalten. Gute Radbekleidung unterstützt das, indem sie Wärme speichert und gleichzeitig für Kühlung sorgt.
- Feuchtigkeitsmanagement: Stoffe mit dieser Technologie leiten Schweiß von der Haut ab. Das hält dich trocken und verhindert, dass du bei Temperaturwechseln auskühlst.
- Layering-System: Eine durchdachte Kombination aus Base-, Mid- und Outer-Layer, die eine flexible Temperaturregulierung bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen ermöglicht.
Warum solltest du als Radfahrer:in auf wetterfeste Kleidung achten?
Weil dein Körper beim Radfahren drei- bis fünfmal mehr Wärme erzeugt als im Ruhezustand. Die falsche Kleidung kann Schweiß einschließen – das führt entweder zu Überhitzung oder zu schnellem Auskühlen, sobald du anhältst oder bergab fährst.
Dazu kommt: Sobald du mit Tempo fährst, verstärkt der Windchill-Effekt den Wärmeverlust. Selbst milde Temperaturen können sich dadurch deutlich kälter anfühlen.
Mit der richtigen Kleidung reduzierst du also die Energie, die dein Körper aufbringen muss, um deine Kerntemperatur stabil zu halten – und bleibst länger leistungsfähig und komfortabel unterwegs.
So layerst du richtig bei wechselhaftem Wetter
Das sogenannte „Drei-Lagen-Prinzip“ ist die Basis jeder temperaturabhängigen Radsport-Bekleidungsstrategie.
Ob Sommer- oder Winteroutfit oder ein flexibles Setup für alle Bedingungen: Die Kombination aus Base Layer, Mid Layer und Outer Shell hält deinen Körper im Gleichgewicht.
Base Layer – das Fundament
Der Base Layer liegt direkt auf der Haut und ist damit der wichtigste Kontaktpunkt. Seine Aufgabe: Feuchtigkeit managen, Schweiß ableiten und die natürliche Thermoregulation deines Körpers unterstützen.
Darauf solltest du achten:
- Merinowolle: Eine Naturfaser mit geruchshemmenden Eigenschaften und sanfter Isolation – selbst im feuchten Zustand. Gleichzeitig wirkt sie auch kühlend bei warmen Temperaturen.
- Synthetische Materialien: Mischungen aus Polyester und Nylon sind beliebt wegen ihrer schnelltrocknenden, feuchtigkeitsableitenden Eigenschaften.
- Die richtige Passform: Eng anliegend, aber nicht einengend – so vermeidest du Scheuern und verrutschende Stoffe.
Mid Layer – Isolation und Flexibilität
Über dem Base Layer sorgt der Mid Layer für zusätzliche Wärme und Temperaturkontrolle. Idealerweise hält er warme Luft nah am Körper, lässt aber Feuchtigkeit entweichen. Der große Vorteil: Du kannst den Mid-Layer je nach Außentemperatur oder Intensität der Ausfahrt an- oder ausziehen.
Darauf kommt es an:
- Leichte Isolation: Dünnes Fleece, Jerseys oder leichte synthetische Isolierungen für kühle bis milde Bedingungen.
- Atmungsaktivität: Softshell-Jacken oder Thermotrikots helfen, die Temperatur bei Anstiegen oder intensiven Intervallen zu regulieren.
- Flexibilität: Teile, die sich unterwegs leicht aus- und anziehen lassen – etwa Westen mit Reißverschluss oder packbare Layer.
Outer Shell – Schutz vor den Elementen
Die äußere Schicht ist dein Schutzschild gegen Wind, Regen und Sonne – oder gleich gegen alles zusammen. Sie vervollständigt dein Radoutfit.
Darauf solltest du achten:
- Wasserdichte, atmungsaktive Jacken: Membranen wie Gore-Tex® oder Pertex® bieten zuverlässigen Regenschutz, besonders für dein Winter-Setup.
- Winddichte Shells: Schützen vor Auskühlung, ohne unnötig Hitze zu stauen.
- Packbarkeit: Leichte Jacken, die sich klein zusammenfalten und in der Trikottasche verstauen lassen, sind ideal für sommerliche Touren.
Extreme Kälte – Radfahren unter 0 °C (32 °F)
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt steht Sicherheit an erster Stelle. Die Fähigkeit deines Körpers, die Kerntemperatur zu halten, ist hier stark gefordert. Ohne ausreichenden Schutz drohen Unterkühlung oder Erfrierungen.
Hier machen die richtigen Winter-Radbekleidung wirklich den Unterschied – sie hilft dir, warm zu bleiben, den Wind abzuhalten und deine Körpertemperatur optimal zu regulieren. Du solltest auf maximale Isolation, vollständigen Windschutz und ein durchdachtes Schichtsystem setzen.
Ziel ist maximale Isolation, vollständiger Windschutz und ein durchdachtes Layering.
Unverzichtbare Thermo-Ausrüstung
- Thermo-Base-Layer: Schwerere Merinowolle eignet sich ideal – sie leitet Feuchtigkeit ab und hält die Wärme nah am Körper.
- Isolierende Midlayer: Fleecegefütterte Trikots oder synthetische Jacken liefern wichtige Wärme bei guter Atmungsaktivität.
- Winddichte Außenschicht: Eine komplett winddichte Shell verhindert, dass eiskalte Luft durchdringt.
- Wasserdichte Hosen: Auch die Beine brauchen Schutz vor Kälte und Nässe.
Protecting Schutz der Extremitäten
Hände, Füße und Kopf verlieren bei Kälte zuerst Wärme. Werden sie taub, ist das nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich.
Empfohlen sind Winterhandschuhe, Thermosocken, Überschuhe sowie Kopf- und Halsschutz, um Taubheitsgefühle zu vermeiden.
Kühle Temperaturen bei 0–10 °C (32–50 °F)
Dieser Temperaturbereich ist besonders knifflig: kalt genug für Isolation, aber du wirst beim Fahren schnell warm. Hier kommt es auf das richtige Gleichgewicht an.
- Langärmlige Thermotrikots bieten mittlere Isolation und gutes Feuchtigkeitsmanagement.
- Thermo-Beinlinge halten warm und verfügen oft über atmungsaktive Einsätze hinter den Knien.
- Leichte Isolationsschichten wie abnehmbare Westen oder dünne Jacken sorgen anfangs für Wärme und lassen sich später verstauen.
Die richtigen Accessoires für kalte Bedingungen
Accessoires sind kein Extra, sondern entscheidend. Für 0–10 °C gilt: Wärme ohne zu viel Volumen. Dazu zählen Langfingerhandschuhe, Thermostirnbänder oder -Mützen, Schlauchtücher und Zehenwärmer.
Angenehm kühl bei 10–17 °C (50–63 °F)
Dieser Temperaturbereich zählt zu den komfortabelsten zum Radfahren. Mit wenigen Lagen bleibst du angenehm temperiert – entscheidend ist das Zusammenspiel aus leichter Isolation und Atmungsaktivität.
Base-Layer – ja oder nein?
Ob ein Base-Layer sinnvoll ist, hängt von deinem Fahrstil, der Dauer der Ausfahrt und deinem persönlichen Kälteempfinden ab.
Früher Start, lange Tour oder erhöhte Kälteempfindlichkeit? Dann ist ein Base-Layer empfehlenswert. Fährst du eher kurz, mittags und dir wird schnell warm, kannst du meist darauf verzichten.
Arm- und Beinlinge gezielt einsetzen
Unterschätze sie nicht, denn sie sind echte Allrounder. Sie schützen genau die Körperstellen, die bei wechselnden Bedingungen schnell auskühlen, und lassen sich einfach an- und ausziehen.
Achte auf Arm-, Knie- oder Beinlinge, die sich kompakt zusammenrollen und problemlos in den Trikottaschen verstauen lassen.
Moderates Fahren bei 17–25 °C (63–77 °F)
In diesem Bereich stehen Feuchtigkeitsmanagement und Atmungsaktivität im Fokus. Die richtige Kleidung verhindert Überhitzung und hält dich trocken und komfortabel.
Atmungsaktivität hat Priorität
Setze auf luftdurchlässige, schnell trocknende Materialien: leichte, locker geschnittene Trikots mit Mesh-Panels und schweißableitenden Stoffen. Kollektionen wie die Canyon CORE Collection sind darauf ausgelegt, Komfort und Performance für das tägliche Fahren zu bieten.
Mit oder ohne Ärmel?
In der Mittagssonne fühlen sich ärmellose Trikots oft kühler an. Der Nachteil: mehr Haut = mehr Sonnencreme. Einige Marken bieten ultraleichte Armlinge an, die sogar kühlend wirken können.
Radbekleidung für heißes Wetter: über 25 °C (77 °F)
Hier geht es nicht mehr ums Warmhalten, sondern um Sonnenschutz, Kühlung und Schweißmanagement.
UV-Schutz – das A und O
Bei Hitze und Sonne ist UV-Schutz genauso wichtig wie Belüftung. Helle Farben reflektieren Hitze. Klingt widersprüchlich, aber leichte, UV-schützende Longsleeves können sich in direkter Sonne kühler anfühlen als nackte Haut. UPF-zertifizierte Stoffe sparen zusätzlich Sonnencreme. Ein gut belüfteter Helm sorgt für Kühlung und kann mit einem Visier Blendung durch die Sonne reduzieren.
Zusätzliche Kühltricks
- Zieh deine Kleidung leicht feucht nach einer kühlen Dusche an – der Verdunstungseffekt kühlt während der Fahrt.
- Nackentücher und Arm Sleeves funktionieren ähnlich.
- Es gibt spezielle Trikots mit Taschen für Hydrations-Packs oder Kühlpads.
Windige und regnerische Bedingungen auf dem Rad managen
Wetter bedeutet mehr als nur Temperatur. Seitenwind und Regen können eine Ausfahrt schnell unangenehm machen – besonders wenn Wasser in Schuhe oder Kragen läuft. Wind- und wasserdichte Radbekleidung schützt dich, ohne komplett die Atmungsaktivität zu opfern.
Die richtige Strategie finden
Wind lässt die gefühlte Temperatur deutlich sinken, denn bewegte Luft führt zu Wärmeverlust. Winddichte Kleidung blockiert die Luft, kann aber schnell stauen. Windresistente Teile bieten oft einen guten Kompromiss aus Schutz und Atmungsaktivität. Bei Regen brauchst du zuverlässigen Nässeschutz. Die perfekte Regenjacke zu finden – wasserdicht, aber nicht zu warm – ist ein eigenes Thema. Es lohnt sich, hier genauer hinzuschauen, bevor du dich entscheidest. Neben einigen Online-Vergleichen lohnt es sich auch, einen Blick auf Canyons Auswahl an wasserdichten Fahrradjacken zu werfen, die Wetterschutz und Atmungsaktivität optimal für Fahrten im Regen kombinieren.
Kalt starten
Bei moderater Intensität im kalten Wetter starten viele bewusst leicht unterkühlt. Das ist zwar kurz unangenehm, aber nach wenigen Minuten bringt die Belastung den Körper auf Temperatur. Achtung: Das ist riskant, falls du eine Panne hast oder unerwartet anhalten musst. Deshalb immer eine zusätzliche Wärmeschicht dabeihaben.
Finde heraus, was für dich funktioniert
Eine gute Ausfahrt beginnt lange vor dem Aufsatteln. Unser Bike Buying Guide hilft dir bei der Wahl des passenden Bikes. Mit dem Bike Finder oder dem Bike-Vergleichstool kannst du weiter verfeinern, welches Modell zu dir passt. Das richtige Bike kombiniert mit dem richtigen Kit – und du bist für jedes Wetter gerüstet.
Am Ende bleibt: Die perfekte Kleidung zu finden ist selbst für erfahrene Rider nicht immer einfach. Mit der Zeit lernst du, besser zu schichten und deine ideale Wohlfühltemperatur zu treffen. Ein altes Sprichwort sagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.“ Fürs Radfahren gilt das genauso.
Und das war’s – bring deine Radbekleidung in Ordnung, stell dich den Bedingungen und wir sehen uns draußen auf der Straße.
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Über die AutorinAnna Willis
Lerne Anna kennen, unsere Geschichtenerzählerin und Werbetexterin bei Canyon. Sie mag es, Momente einzufangen und sie zu Fäden zu verweben, die uns alle verbinden.