Enduro vs. All-Mountain: So wählst du das richtige Mountainbike

Bist du ein Enduro- oder All-Mountain-Rider? Finde heraus, welcher Stil am besten zu dir passt und entdecke dein perfektes Bike.

Matt Wragg
Matt Wragg Letzte Aktualisierung: 19 Feb. 2026
Enduro vs. All-Mountain: So wählst du das richtige Mountainbike Enduro vs. All-Mountain – Welches Mountainbike ist das richtige für dich?

Der Begriff „All-Mountain“ startete in den späten 2000ern als Marketingbegriff für Cannondale-Bikes mit mittlerem Federweg. Er blieb hängen und entwickelte sich zu einer allgemeinen Bezeichnung, weil er die Art des Bikens, die viele erfahrene Mountainbiker lieben, ziemlich gut beschrieb. Man suchte nach einem Ausdruck für Rider, die etwas weiter hinauswollen als reine Trail-Biker – die höher klettern und heftigere Trails abfahren wollen. Heute wird der Begriff oft mit Enduro verglichen und gilt für Fahrer, die sich auf etwas weniger extremen Trails bewegen als Enduro-Racer, aber dennoch tief in die Bergwelt eintauchen wollen. Dieser kurze Guide führt dich durch die Unterschiede zwischen All-Mountain- und Enduro-Bikes, damit du das richtige für dich findest.

Inhalt

Was ist ein Enduro-Mountainbike?


Enduro ist eine Disziplin im Mountainbike-Rennsport, die typischerweise lange, gleichmäßige Anstiege und herausfordernde Abfahrten kombiniert. Bikes, die für diesen Einsatzbereich entwickelt wurden, sollen dem Fahrer Sicherheit auf den technischsten Trails am Berg verleihen und gleichzeitig eine komfortable Sitzposition bieten, um über längere Zeiträume bergauf treten zu können.

Wie schneidet ein All-Mountain-Bike im Vergleich ab?

Was Mountainbiker als „All-Mountain“ bezeichnen, ist ein ausgewogenerer Fahrstil. Der Fokus liegt etwas weniger auf maximalem Speed bergab, dafür werden abwechslungsreichere Anstiege in Angriff genommen. Während man beim klassischen Enduro-Rennen oft Forststraßen oder Zufahrtswege nutzt, um den Startpunkt zu erreichen, sucht man sich auf einer All-Mountain-Tour gerne technische Uphill-Singletrails. All-Mountain-Rider wollen bergab immer noch Spaß haben, aber hier zählt eher das Grinsen im Gesicht als die Bestzeit auf der Uhr.

Wie haben sich Enduro- und All-Mountain-Bikes entwickelt?

Mountainbiken begann als Sport mit zwei extremen Disziplinen: Cross-Country und Downhill. Beim Cross-Country ging es rein darum, wie schnell man in die Pedale treten konnte, technische Skills oder das Abfahren spielten kaum eine Rolle. Beim Downhill zählte nur, wie schnell man die härtesten Trails am Berg hinunterbrettern konnte. Lange Zeit tat sich der Sport schwer, die Lücke zwischen diesen beiden Disziplinen zu schließen. Da niemand so recht wusste, was diese Bikes eigentlich können sollten, gab es unzählige Interpretationen davon, was ein Mountainbike mit mittlerem Federweg sein sollte. Manche nahmen eine Cross-Country-Geometrie und spendierten mehr Federweg, andere machten Downhill-Bikes tretbar, aber nur wenige fanden die richtige Balance aus Kletterfähigkeit und Abfahrtsperformance.

Enduro-Rennen änderten das alles. Die Einführung einer klar definierten Renndisziplin gab den Entwicklern ein konkretes Ziel vor. Ein Enduro-MTB musste gut klettern und schnell abfahren können. Dafür nutzte man das Wissen aus dem Cross-Country-Bereich für die richtige Kletterposition und kombinierte es mit Downhill-Geometrien, um die Abfahrten zu meistern. Diese neue Bike-Gattung musste sich jedes Wochenende gegen die Uhr beweisen – Designs, die funktionierten, gewannen Rennen; diejenigen, die das nicht taten, verschwanden.

Irgendwann machte diese Entwicklung Enduro-Bikes immer extremer. Durch den Fokus auf Rennsiege wurden sie zu aggressiven Monstern mit viel Federweg – tretbare Mini-Downhiller, die für viele Leute eigentlich „zu viel Bike“ sind. Doch die Lektionen aus der Entwicklung guter Enduros blieb dort nicht stehen, sondern beeinflussten auch das Design von All-Mountain- und Trail-Bikes. Heutige All-Mountain-Bikes haben oft eine Geometrie, die vor wenigen Jahren noch an einem Enduro zu finden war, kombiniert mit moderner Kinematik. Das Ergebnis sind ausbalancierte Bikes, die schwere Anstiege meistern und auf der anderen Seite wieder runter fahren. Perfekt, um den ganzen Berg zu erobern. All-Mountain eben.

What is ein Enduro-Mountainbike? Canyon Torque What is ein Enduro-Mountainbike? Canyon Torque

Enduro vs. All-Mountain: Die wichtigsten Unterschiede

Auch wenn sie auf den ersten Blick fast gleich aussehen, gibt es doch ein paar entscheidende Unterschiede zwischen Enduro- und All-Mountain-Bikes.

Federweg

Einer der einfachsten Wege, ein Bike fit für grobes Gelände zu machen, ist mehr Federweg. Aber viel hilft nicht immer viel – mehr Federweg bringt auch Kompromisse mit sich, denn das Bike wirkt auf moderateren Trails oft träger. Deshalb haben All-Mountain-Bikes in der Regel etwas weniger Hub als Enduros. Unser Enduro-Racer, das Torque, kommt zum Beispiel mit 170 mm an der Gabel und 175 mm am Heck. Das All-Mountain-Modell Spectral begnügt sich dagegen mit 150 mm vorne und 140 mm hinten. Dieser Unterschied macht das Torque zu einer echten Bügelmaschine, die Felsen zum Frühstück frisst, während das kurzhubigere Spectral verspielter und direkter ist – und damit auf weniger extremen Strecken einfach mehr Laune macht.

Geometrie und Handling

Früher hatten Enduro-Bikes eine deutlich aggressivere Geometrie als All-Mountain-Bikes – sprich: längeren Reach, flachere Lenkwinkel und tiefere Tretlager für maximale Stabilität bei Highspeed. Heute verschwimmen diese Grenzen fast vollständig. Vergleichst du zum Beispiel ein Torque und ein Spectral in Größe M, wirst du sehen, dass das Spectral tatsächlich einen längeren Reach und eine größere Tretlagerabsenkung hat als das Torque – bei fast identischem Lenkwinkel. Beide Bikes gibt es übrigens als Mullet-Option (Mix-Laufräder), was meist für etwas kürzere Kettenstreben sorgt als bei reinen 29-Zoll-Bikes.

Kletter- vs. Abfahrtsperformance

Du wirst überrascht sein, wie stark sich weniger Federweg auf das Fahrgefühl auswirkt. Trotz der sehr ähnlichen Geometrie fährt sich das Spectral deutlich lebendiger als das Torque. Durch das direktere Feedback vom Trail klettert es auf technischen Anstiegen besser und reagiert spritziger, wird aber bei Highspeed-Geballer etwas unruhiger. Das ist natürlich alles relativ – das Torque wurde schließlich dafür gebaut, die härtesten Lines plattzumachen. Das Spectral kommt fast überall runter, nur vielleicht nicht ganz so schnell und „satt“ wie der große Bruder.

Gewicht und Haltbarkeit

Als Faustregel gilt: All-Mountain-Bikes sind etwas leichter als Enduros. Das Torque fällt in die Kategorie 5 (ASTM), das Spectral in Kategorie 4. Das heißt im Klartext: Das Torque hat dieselbe Belastungsfreigabe wie unser Sender Downhill-Bike und steckt harte Landungen und die dicksten Hits locker weg. Das Spectral ist zwar super robust und ein zuverlässiger Begleiter für die meisten Biker, aber nicht unbedingt für riesige Jumplines oder den dauerhaften Renneinsatz ausgelegt. Die extra Stabilität, kombiniert mit dem massiveren Fahrwerk und schwereren Reifen, macht Enduros wie das Torque etwas schwerer, aber auch unverwüstlicher.

Torque CF
Spectral CLLCTV
Torque CF
Spectral CLLCTV

Entwickelt für lange Anstiege und furchtlose Abfahrten vereinen All-Mountain- und Enduro-Bikes Effizienz, Präzision und gravity-orientierte Performance. Hier trifft Vielseitigkeit auf pure Fahrdynamik.

  • Canyon Torque – Eine gravity-orientierte Enduro-Maschine, entwickelt für aggressives Fahren, große Sprünge und anspruchsvolle Abfahrten – für maximale Stabilität und Vertrauen bei hohen Geschwindigkeiten.
  • Canyon Spectral ist deine Allround-Trail-Waffe – entwickelt für verspielte Agilität, souveränes Handling und puren Trailspaß in jedem Terrain.

Worauf du bei der Wahl zwischen Enduro und All-Mountain achten solltest

Bist du dir noch unsicher, ob du eher zum Team Enduro oder Team All-Mountain gehörst? Dann lohnt es sich, kurz innezuhalten und darüber nachzudenken, wo du wohnst, was du fährst und was für ein Rider-Typ du eigentlich bist.

Dein Hometrail und bevorzugtes Gelände

Am besten machst du deine Wahl davon abhängig, in welchem Gelände du am meisten unterwegs bist. Wie sehen die Trails vor deiner Haustür aus? Sind sie steil, verblockt und fordernd? Dann ist ein Enduro wahrscheinlich die beste Wahl für dich. Ist es eher wellig, mit moderateren Abfahrten und Gegenanstiegen, fährst du mit einem All-Mountain oft besser.

Dein Skill-Level und Sicherheit im Gelände

Hier musst du ehrlich zu dir selbst sein. Bist du ein fortgeschrittener Rider, der Bestzeiten jagt und den Speed sucht? Oder willst du einfach Spaß auf dem Trail haben, ohne ständig am Limit zu fahren? Als Einsteiger tust du dir oft leichter mit einem All-Mountain-Bike mit etwas weniger Federweg. Es ist direkter, leichter zu handeln und gibt dir Feedback. Aber: Wenn du in einer Gegend mit extrem harten Trails wohnst, kann dir ein potenteres Enduro-Bike genau die Extra-Portion Sicherheit geben, die du brauchst.

Wie viele Höhenmeter machst du?

Wenn du viel aus eigener Kraft bergauf kurbelst, ist ein leichteres Bike natürlich angenehmer und spart Körner. Aber auch die Art des Kletterns ist wichtig: Quälst du dich gerne technische Singletrails hoch? Dann spielt ein All-Mountain-Bike seine Stärken voll aus und klettert oft spritziger als ein sattes Enduro.

Rennen, Feierabendrunde oder Bikepark?

Zum Schluss die Frage: Wie hart nimmst du dein Bike ran? Für die meisten ist ein All-Mountain der perfekte Allrounder für das ganze Jahr. Klar, damit kannst du auch mal ein Enduro-Rennen mitfahren oder einen Tag im Bikepark verbringen. Aber wenn Shuttle-Runs, Liftunterstützung und Rennen regelmäßig auf deinem Plan stehen, lohnt sich der Griff zum robusteren Enduro. Es kommt auch darauf an, worauf du dich am meisten freust: Ist der jährliche Bikepark-Trip mit den Kumpels das absolute Highlight deiner Saison? Dann ist es vielleicht wert, das schwerere Geschütz aufzufahren, damit du an diesen Tagen das maximale Potenzial unter dem Hintern hast.

Enduro vs. All-Mountain: Welches MTB passt zu dir? Enduro vs. All-Mountain: Welches MTB passt zu dir?

E-MTB: Enduro oder All-Mountain mit Motor?

Viele Biker setzen heutzutage auf E-MTBs für den Enduro- und All-Mountain-Einsatz. Kombinierst du die Stärken dieser Bikes mit der Power eines E-Antriebs, ist maximaler Fahrspaß vorprogrammiert. Du fährst schneller, weiter – und was viele unterschätzen: Du kommst technische Uphills hoch, an denen du mit einem klassischen Mountainbike scheitern würdest.

Motor-Power und Akkukapazität

Wir haben zwei Arten von E-MTBs im Programm: Full-Power und Mid-Power. Unsere Full-Power-Bikes, wie das rennerprobte E-Enduro Strive:ON und das hungrige Trail-Bike Spectral:ON, haben kräftige Motoren und große Akkus, damit du deine Touren ausdehnen und schneller unterwegs sein kannst. Dann gibt es noch das Spectral:ONfly, unser Mid-Power E-MTB (Light E-MTB). Es hat einen kleineren, leichteren Motor und Akku. Das Fahrgefühl liegt viel näher an einem normalen Mountainbike, bietet dafür aber etwas weniger Unterstützung und Reichweite als die Full-Power-Monster.

Gewicht und Handling

Natürlich hat all diese Power ihren Preis: E-MTBs sind ein gutes Stück schwerer als klassische Bikes. Manche Fahrer mögen das extra Gewicht, weil das Bike dadurch bei hohen Geschwindigkeiten satter auf dem Trail liegt. Aber das ist nicht jedermanns Sache. Das Spectral:ON wiegt fast 10 kg mehr als das Modell ohne Motor – und das merkst du auf dem Trail deutlich. Wir tun zwar alles dafür, dass unsere E-MTBs so agil wie möglich sind, aber ein E-MTB lässt sich nun mal nicht ganz so spielerisch in die Kurven werfen wie ein leichtes Bio-Bike.

Weitere Enduro- und All-Mountain-Bikes von Canyon

Wir haben noch ein paar andere Bikes im Stall, die du für All-Mountain- und Enduro-Touren nutzen könntest. In diesem Artikel geht es vor allem um die Modelle Torque und Spectral, da diese speziell für diesen Einsatzbereich entwickelt wurden. Aber auch die Bikes aus der Neuron- und Neuron:ON-Familie sind einen Blick wert. Wir bezeichnen sie als klassische Trail-Bikes. Sie sind mit ihrer komfortableren Geometrie eher für Tourenfahrer gedacht, machen aber auch auf langen Tagen in den Bergen eine gute Figur.

Und dann gibt es noch das Lux Trail. Da Klettern ein großer Anteil bergiger Touren ist, verbringst du zwangsläufig viel Zeit im Uphill – und da ist ein leichtes Bike einfach unschlagbar. Deshalb greifen viele fortgeschrittene Fahrer heute zu leichten Down-Country-Bikes wie dem Lux Trail für ihre All-Mountain-Abenteuer. Du brauchst allerdings ordentlich Fahrtechnik-Skills, um so ein Bike sicher durch grobe Trails zu pilotieren – aber für viele liegt genau darin der Reiz. Wenn du vorhast, lokale Enduro-Rennen zu fahren, kommt es wahrscheinlich schneller an seine Grenzen. Aber für viele erfahrenere Abenteurer ist es genau die richtige Wahl in den Bergen.

Enduro vs. All-Mountain: Finde dein perfektes Match

Enduro und All-Mountain meinen – und was davon für dich nach mehr Spaß klingt. Falls du tiefer in das Thema Enduro-Racing und Enduro-Bikes eintauchen willst, haben wir einen kurzen Guide erstellt, der die Disziplin genauer beleuchtet.

Bist du dir immer noch unsicher, welcher Fahrstil am besten zu dir passt? Dann wirf einen Blick in unsere Kaufberater-Serie. Oder willst du dem ganzen Fachchinesisch entkommen und einfach nur ein Bike finden? Unser Bike Finder führt dich durch ein paar simple Fragen direkt zu dem Canyon Bike, das am besten zu dir passt. Und wenn du zwischen ein paar Modellen schwankst, hilft dir unser Vergleichs-Tool dabei, sie direkt gegenüberzustellen und eine Entscheidung zu treffen.

Egal für welche Bike-Kategorie du dich am Ende entscheidest – wir wissen, dass unsere Bikes dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden. Wir sehen uns auf dem Trail!

Häufige Fragen zu Enduro vs. All-Mountain

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  • Matt Wragg
    Über den Autor

    Matt Wragg

    Lerne Matt Wragg kennen, den freiberuflichen Fotografen, Autor und selbsternannten Fahrrad-Zerstörer aus Nizza, Frankreich. Trotz erfolgloser Versuche bei XC-, Trial-, 4X- und DH-Rennen hat Matts Leidenschaft für das Mountainbiken nie nachgelassen. Nach einer Zeit in der Kommunikationsberatung beschloss er, seiner Liebe zum Radsport nachzugehen und zog nach Neuseeland. Seitdem hat er die Welt bereist, Trails gejagt und eine erfolgreiche Karriere als Radsportfotograf und -autor aufgebaut. Im Jahr 2021 wurde bei ihm Autismus diagnostiziert, mit dem er seither leben lernt. Sein Fahrradkeller ist ein echtes Zeugnis seiner Liebe zum Radsport und beherbergt Fahrräder, die von Freeride bis Cargo reichen.

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