Mountainbike-Upgrades für mehr Komfort
Du möchtest dein Mountainbike komfortabler machen? Wir helfen dir dabei.
Für viele Mountainbiker hat Komfort einen hohen Stellenwert. Wenn du über steinige Trails donnerst, behältst du viel besser die Kontrolle, wenn du dich nicht wie ein Ziegelstein in der Waschmaschine fühlst. Bei den vielen Parametern, die sich an einem MTB einstellen oder verändern lassen, verliert man auf der Suche nach mehr Komfort aber schnell den Überblick. Und wie schafft man es, dass das Bike komfortabler wird, ohne die Performance aufs Spiel zu setzen? In diesem kurzen Ratgeber besprechen wir ein paar gute Möglichkeiten, für mehr Komfort auf deinem MTB zu sorgen.
Inhalt
Warum Komfort bei einem MTB wichtig ist
„I was built for comfort, I ain’t built for speed.“ Diese Worte von Blues-Legende Howlin‘ Wolf sind ein gutes Jahrzehnt älter als die ersten Mountainbikes, aber viele von uns fühlen sich direkt angesprochen. Außerhalb der Racing-Elite legen viele Mountainbiker mehr Wert auf Komfort als auf Geschwindigkeit. Das heißt natürlich nicht, dass Komfort den Profis egal ist. Auch sie machen ihre Bikes so komfortabel wie möglich; aber im Wettkampf haben andere Aspekte Vorrang.
Es kann eine große Herausforderung sein, das passende MTB-Setup zu finden, weil es einfach so viele Variablen zu beachten gibt. Dazu gehören deine Sitzposition, das Terrain, auf dem du fährst, die Ausstattung des Bikes und wie die Komponenten eingestellt werden. Die gute Nachricht ist, dass es viele Möglichkeiten gibt, dein Bike komfortabler zu machen. In diesem Artikel erfährst du, welche davon wirklich funktionieren.
Häufige Ursachen für fehlenden Komfort
Es gibt offensichtliche Faktoren, die den Komfort einschränken, wie beispielsweise ein harsches Fahrgefühl auf Wurzeln und Steinen, während andere Dinge schwieriger zu diagnostizieren sind. Viele Probleme lassen sich mit einfachen Mitteln am Setup beheben. Wenn du es auf langen Abfahrten mit Armpump oder Schmerzen an der Lendenwirbelsäule oder in den Gelenken zu tun hast, musst du wahrscheinlich auch etwas an deiner Fahrtechnik oder deiner Position auf dem Bike ändern. Mangelnder Komfort kann einen hohen Preis fordern und deinen Körper frühzeitig ermüden lassen, aber mit ein paar gezielten Eingriffen oder Upgrades kann dein Bike schon viel mehr Spaß machen.
Maximaler Komfort aus dem Bike, das du schon hast
Bevor du Geld für Upgrades in die Hand nimmst, gibt es vier wichtige Schritte, um dein vorhandenes Setup zu optimieren:
Der richtige Reifendruck (und Tubeless-Setup)
Der einfachste Schritt in Richtung mehr Komfort ist es, den Reifendruck richtig an dein Systemgewicht, das Terrain und die Fahrweise anzupassen. Dank moderner Tubeless-Reifen und breiter Felgen sind heute niedrigere Luftdruckwerte möglich als noch vor ein paar Jahren, und du wirst vielleicht überrascht sein, was für einen großen Unterschied das für das Fahrgefühl auf den Trails macht.
Wir verbauen an all unseren MTBs tubeless-ready Felgen und Reifen und legen Tubeless-Ventile bei. Allerdings können wir aufgrund der Herstellungs-, Lagerungs- und Versandprozesse nur mit Schläuchen gewährleisten, dass du am ersten Tag losfahren kannst. Um dein Bike umzurüsten, musst du nur Dichtmilch kaufen, die Schläuche ausbauen und die Ventile einsetzen – und schon kann es losgehen. Ein Tubeless-Setup ermöglicht das sichere Fahren mit niedrigerem Reifendruck als bei Schläuchen, was dein Bike spürbar komfortabler macht.
Damit du den Reifendruck genau einstellen kannst, empfehlen wir einen dedizierten Luftdruckprüfer statt des an einer Pumpe verbauten Manometers. Um den idealen Druck zu ermitteln, gibt es verschiedene Reifendruckrechner, die das Systemgewicht, deinen Fahrstil und deine Bereifung berücksichtigen.
Korrekt eingestellte Federung
Neben deinen Reifen ist die Federung der wichtigste Faktor, der zu einem komfortablen Fahrgefühl beiträgt. Wenn Luftdruck, Druck- und Zugstufe richtig eingestellt sind, kann das einen enormen Unterschied machen, aber die richtige Einstellung erfordert etwas Einarbeitung. Erste Anhaltspunkte findest du in unserem Leitfaden zum Einstellen der Federung; im Einzelfall solltest du dich aber auch an den Herstellerangaben orientieren.
Passform und Position optimieren
Einer der wichtigsten Faktoren ist die richtige Rahmengröße. Unsere Erfahrung zeigt, dass 98% der Fahrer mit unserem Perfect Positioning System. ein Bike finden, das hervorragend zu ihnen passt, und in unserem kurzen Ratgeber zur Größenbestimmung bei MTBs findest du wichtige Tipps zum Thema.
Aber auch wenn die Rahmengröße stimmt, können kleine Details an deinem Setup einen großen Unterschied in Sachen Komfort bewirken. Von der Sattelhöhe und der Ausrichtung der Pedalplatten bis zur Lenkerbreite und Vorbaulänge gibt es viele kleine, aber wirksame Anpassungsmöglichkeiten. Wenn es dir schwerfällt, die richtige Position zu finden, lohnt sich ein Besuch bei einem Experten für Bikefitting.
Zum Beispiel solltest du bei Schmerzen in den Handgelenken die Position von Schalt- und Bremshebeln und des Lenkers überprüfen, da kein Upgrade der Welt eine schlechte Sitzposition aufwiegen kann.
Verbessere deine Fahrtechnik
Manche Probleme, wie beispielsweise Armpump, können durch die Fahrweise entstehen. In manchen Fällen kommt Armpump durch simple Fehler wie übermäßiges Bremsen zustande. „Weniger bremsen“ mag auf den ersten Blick gefährlich klingen, aber der Schlüssel liegt darin, kraftvoller und effizienter zu bremsen und weniger Zeit mit schleifenden Bremsen zu verbringen.
Komfort-Upgrades für dein MTB, die sich wirklich lohnen
Wenn der Druck in deinen Tubeless-Reifen stimmt, die Federung richtig eingestellt ist, deine Position passt und du eine gute Fahrtechnik hast, aber trotzdem mehr Komfort möchtest, können sich die folgenden Upgrades lohnen.
Breitere Reifen
Eine der günstigsten und effektivsten Optionen für mehr Komfort sind breitere Reifen. Achte darauf, die maximale Reifenfreiheit deines Rahmens nicht zu überschreiten; die meisten modernen MTBs bieten Platz für bis zu 2.6 Zoll. Je breiter der Reifen, desto mehr Luft passt hinein und desto niedriger kann der Reifendruck sein, was sich als höherer Komfort bemerkbar macht. Der Preis dafür ist ein höheres Gewicht und weniger direktes Feedback auf dem Trail.
Dickere Griffe
Die nächste Option sind dickere Griffe. Etwas mehr Gummi am Lenker, und schon werden Hände und Unterarme entlastet.
Individuelles Fahrwerkstuning
Schicke neue Federungskomponenten üben einen gewissen Reiz aus, aber oft kann deine vorhandene Federung bei einem Spezialisten besser auf deine Bedürfnisse abgestimmt werden. Wenn wir Bikes entwickeln, arbeiten wir eng mit den Herstellern von Dämpfern und Gabeln zusammen, damit alles möglichst gut zusammen funktioniert. Aber die Werkskonfiguration hat ihre Grenzen und muss zu möglichst vielen Fahrertypen gut passen. Wenn du dich an Experten für Fahrwerkstuning wendest, können sie deine Federung perfekt an deine individuellen Gegebenheiten anpassen und so für mehr Komfort sorgen. Das kostet in der Regel auch nicht so viel wie ein neuer Satz Federungskomponenten.
Der richtige Sattel
Damit ein Sattel zu dir passt, muss vor allem die Form stimmen. Viele Einsteiger glauben, dass ein dick gepolsterter Sattel am bequemsten ist, aber das ist ein Irrtum. Es mag sein, dass sich ein solcher Sattel während der ersten paar Minuten auf dem Bike gut anfühlt, aber auf Dauer bietet er nicht genug Halt, um deine optimale Position zu ermöglichen. Schau dir die Profis bei der Tour de France an: Obwohl sie geradezu absurd viel Zeit im Sattel verbringen, greifen sie zu leichten Sätteln mit minimaler Polsterung. Entscheidend ist, dass Form und Position optimal an die jeweilige Anatomie angepasst sind. Wir haben einen kurzen Leitfaden erstellt, damit du einen Sattel findest, der wirklich zu dir passt.
Ein Lenker mit mehr Flex
Der richtige Lenker kann maßgeblich beeinflussen, wie sehr du die Vibrationen auf dem Trail zu spüren bekommst. Es mag seltsam klingen, einen weniger steifen Lenker zu verbauen, aber ein kleines Bisschen mehr Flex bzw. Compliance kann einen großen Unterschied machen. Inzwischen gibt es sogar Hersteller wie OneUp oder Renthal, die konkrete Angaben dazu machen, wie nachgiebig verschiedene Lenkermodelle sind. Es kann auch sinnvoll sein, die richtige Lenkerbreite zu überprüfen und einen Lenker zu kaufen, der bereits ab Werk die richtigen Maße hat. Die Angaben zur Steifigkeit beziehen sich nämlich immer auf die volle Lenkerbreite, da der ungekürzte Lenker stabil genug sein muss. Wenn du den Lenker auf deine bevorzugte Breite kürzt, kann er deutlich steifer werden; ein Lenker, den du nicht kürzen musst, ist also nicht nur in der Werkstatt komfortabler.
Umrüsten auf Stahlfeder-Dämpfer
Wenn du die kostengünstigeren Alternativen schon ausgereizt hast und immer noch mehr Komfort möchtest, ist womöglich der Zeitpunkt gekommen, auf einen Dämpfer mit Stahlfeder umzusteigen. Moderne Luftfederungstechnik ist in fast jeder Hinsicht erstaunlich gut, aber Stahlfedern haben bei der Ansprache und in Sachen konsistente Performance auf langen Abfahrten immer noch die Nase vorn. In unserem Ratgeber zum Thema erfährst du mehr über die kleinen, aber feinen Unterschiede zwischen Luft- und Stahlfederdämpfern.
Wenn Upgrades nicht die Lösung sind
Wenn du all diese Möglichkeiten durchgespielt hast und dich auf dem Bike immer noch nicht wohlfühlst, stellt sich die Frage, ob du das richtige Bike für deine Bedürfnisse hast.
Hardtail vs. Fully
Wenn du ein Hardtail fährst, kann der Wechsel zu einem vollgefederten Bike einen Quantensprung in Sachen Komfort bedeuten. In unserem kurzen Ratgeber erfährst du alles über die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Kategorien.
Geometrie: XC vs. Trail vs. Enduro
Je nach Einsatzzweck haben Mountainbikes unterschiedliche Geometrien, die sich auch auf den Komfort auswirken können. Auf einem Cross-Country-Bike wie dem Lux sitz du meist eher gestreckt, während ein modernes Trail-Bike wie das Spectral oder ein Enduro-Bike wie das Torque eine spürbar aufrechtere Sitzposition bieten. Eine aufrechte Position entlastet Nacken und Rücken. Trail- und Enduro-Bikes haben auch flacherer Lenkwinkel als Cross-Country-Bikes. Dadurch werden sie von Hindernissen auf dem Trail weniger aus der Spur gebracht, was ebenfalls zu mehr Komfort beitragen kann.
Ist es vielleicht Zeit für ein ganz anderes Bike?
Eine drastische Möglichkeit, für mehr Komfort auf den Trails zu sorgen, ist der Umstieg auf ein Bike aus einer Kategorie mit mehr Federweg. Wenn du ein Trail Bike mit kürzerem Federweg wie das Neuron fährst, dürfte ein Enduro Bike wie das Torque deutlich komfortabler sein. Wir haben eine Reihe von Ratgeber-Artikeln geschrieben, um die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kategorien zu erklären, ob Cross-Country vs. Trail oder Enduro vs. Downhill. Außerdem findest du in unserer MTB-Kaufberatung detailliertere Infos zu den einzelnen Kategorien.
So findest du das richtige Mountainbike für deine Anforderungen
Wenn du nicht sicher bist, ob du das richtige Bike für deine Bedürfnisse hast, gibt die unser Bike Finder mit ein paar gezielten Fragen eine Empfehlung. Außerdem haben wir eine ganze Reihe an Ratgebern zu Themen wie Hardtail vs. Fully oder Trail- vs. Enduro-Bikes, um dich bei der Suche nach deinem perfekten Partner zu unterstützen.
Wir hoffen, du sitzt jetzt bequem (auf dem Bike), und wir sehen dich bald auf den Trails!
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Über den AutorMatt Wragg
Lerne Matt Wragg kennen, den freiberuflichen Fotografen, Autor und selbsternannten Fahrrad-Zerstörer aus Nizza, Frankreich. Trotz erfolgloser Versuche bei XC-, Trial-, 4X- und DH-Rennen hat Matts Leidenschaft für das Mountainbiken nie nachgelassen. Nach einer Zeit in der Kommunikationsberatung beschloss er, seiner Liebe zum Radsport nachzugehen und zog nach Neuseeland. Seitdem hat er die Welt bereist, Trails gejagt und eine erfolgreiche Karriere als Radsportfotograf und -autor aufgebaut. Im Jahr 2021 wurde bei ihm Autismus diagnostiziert, mit dem er seither leben lernt. Sein Fahrradkeller ist ein echtes Zeugnis seiner Liebe zum Radsport und beherbergt Fahrräder, die von Freeride bis Cargo reichen.